adaptare Blog

Kabel, Adapter und der Onlinehandel an und für sich

RSS Feed

iOS 5: Das Große Aussperren geht (nicht) weiter und Apple ist doch nicht so rabiat

Update

Ich lasse im Sinne eines transparenten Vorgehens meinen ursprünglichen Blogpost stehen und ergänze ihn an dieser Stelle um den seitdem gewonnenen Wissenszuwachs.

Es ist offenkundig längst nicht so simpel wie unten dargestellt. Durch eine Vielzahl von Rückmeldungen über Twitter und Google+ wissen wir nun, dass einige Leute ihr iPhone mit iOS 5.01 sehr wohl mit Billigkabeln laden können. Außerdem meldete sich der erwähnte Mitarbeiter, der zuhause mit einem unserer Billigkabel sein iPhone 3Gs sowohl am Original-Ladeadapter als auch an seinem Laptop laden konnte.

Es bleiben die Ursachen meines Verdachts auf die Sperre: Die plötzliche Flut von Kundenreklamationen sowie die Kabel aus drei unterschiedlichen Chargen, die das Mitarbeiter-iPhone nicht an meinem Büro-PC aufladen konnten. Außerdem stieß heute morgen ein Stammkunde dazu, der sein iPhone 4 mit einem unserer Kabel nicht an seinem ansonsten problemlos funktionierenden Kfz-Ladegerät aufladen konnte.

Da das Problem drei ganz unterschiedliche Kabel betrifft, besteht die Lösung auch nicht darin, dass wir im Moment einfach nur eine Charge am Lager hätten, die ein Griff ins Klo gewesen sei. Das Kabel, mit dem Mitarbeiter zuhause laden kann, stammt auch aus der momentan verkauften Charge.

Stand der Dinge im Moment: Apple ist doch nicht so böse wie gedacht, aber die schon immer äußerst komplizierte Geschichte über das Aufladen der iPhones will einfach nicht unkomplizierter werden.

Original-Post

Ausgesperrt: USB-Kabel

Ausgesperrt: USB-Kabel

 

Wir hatten ja neulich darüber berichtet, dass mit iOS 5 unser Component-AV-Kabel nicht mehr vom iPad und iPhone angenommen wird. Nun gut, kann man da sagen, das ist zwar bedauerlich, aber andererseits benutzen ja auch nicht so viele Leute ein solches Kabel.

Auf der anderen Seite wäre es natürlich schon ziemlich übel, wenn Apple mit einem stinknormalen USB-Kabel, das jeder Benutzer tagtäglich verwenden muss, genauso verfahren würde. Aber Apple wird doch wohl nicht, Apple hat doch wohl nicht? Aber ja doch, Apple hat, und zwar gründlich.

Es scheint erstaunlicherweise noch nicht mit iOS 5 geschehen zu sein, denn direkt nach Ausrollung dieses Major Release erreichten uns noch keine Rückmeldungen über ausgesperrte USB-Kabel. Dies geschah dann jedoch am vergangenen Wochenende in großer Zahl und heute morgen habe ich mir dann gleich das iPhone 3Gs eines Mitarbeiters geschnappt, auf dem iOS 5.01 installiert ist.

Und tatsächlich: Egal, ob man das USB-Kabel an einen Computer oder an ein iPhone-geeignetes USB-Ladegerät anschließt, es erscheint jedes Mal nach wenigen Sekunden die Meldung: Das Aufladen wird mit diesem Zubehör nicht unterstützt. Apple hat offenkundig mit iOS 5.01 sämtliche USB-Kabel ausgesperrt, die nicht von ihnen selbst oder einem der großen lizensierten Zubehörhersteller produziert worden sind.

Auch wenn wir noch einige dieser Kabel am Lager haben, ist das für uns dennoch keine große Katastrophe. Ein schlichtes USB-/Dock-Connector-Kabel muss ein gut sortiertes Kabelgeschäft natürlich führen, aber der Preiskampf für diese Art von Kabel ist dermaßen ruinös, dass ein Händler schon froh über jedes verkaufte Kabel sein muss, bei dem er ein paar Cent Gewinn anstelle von Verlust einfährt. Bei ebay und amazon werden diese Kabel für 1€ verramscht. Brutto, wohlgemerkt, wobei der Versand als Warensendung schon 70 ct netto kostet. Mit solchen Preisen schießt man Geld dazu, was nicht der Sinn des Handelns sein kann.

Von daher weinen wir diesem Kabel nicht besonders hinterher. Alle Angebote werden halt neu eingestellt mit dem klaren Hinweis, dass dieses Kabel ab iOS 5 nicht mehr unterstützt wird. Ich denke mal, dass es noch genügend iPod classic, nano und video gibt, mit denen sich das Kabel perfekt benutzen lässt. Der Gerätebestand dürfte ausreichen, damit wir unsere Restbestände abstoßen können.

Soweit zur Händlerperspektive, doch wie sieht es aus Sicht des Benutzers aus? Ich habe weder ein iPhone, noch ein iPad, sondern nur einen neuen iPod Shuffle und kann die Benutzerperspektive von daher nur von außen betrachtet nachempfinden. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt haben sich in den letzten Jahren mit billigen USB-Kabeln eingedeckt, wenn das mitgelieferte Kabel verlorenging oder kaputt war. Warum hätten sie auch das teure Kabel im Apple Store kaufen sollen? Die Übertragung von Daten und Strom funktioniert mit dem billigen Nachbau genauso gut, sofern er nicht defekt ist.

Nun aber kommt Apple und beschließt, dass Schluss sein müsse mit den billigen Kabeln. Diesen Wunsch kann ich voll und ganz nachvollziehen, denn hätte ich im Hause Apple was zu sagen, würde ich es natürlich auch bevorzugen, wenn die Kunden das 19€-Kabel bei mir kaufen und nicht das 1,90€-Kabel bei adaptare (oder unseren geschätzten Mitbewerbern).

Aber schießt Apple mit dieser rigorosen Maßnahme nicht über das Ziel hinaus? Die Messlatte für diese Aktion muss doch sein, wieviele Kunden ein Unternehmen vorher hatte und nachher noch hat, abgesehen natürlich von anderen Faktoren wie dem Geldbetrag, den jeder einzelne Kunde im Jahr bei Apple lässt. Wie also werden sich die iPhone- und iPad-Benutzer verhalten, die bisher ein billiges Kabel benutzt haben? Werden sie ergeben der Anweisung Folge leisten und sich sagen: Cupertino locuto, causa finita, es soll dann so sein und wenn Cupertino beschließt, dass wir nicht mehr die billigen Kabel kaufen sollen, dann tun wir dies eben nicht mehr? Doch sogar in der Sowjetunion sagten sie sich irgendwann: Moskau ist weit und dieser Untertanengeist sollte eigentlich überwunden sein.

Sicherlich werden die meisten Apple-Kunden einfach auf das nächste Chinakabel warten, das dann auch von iOS 5.x akzeptiert wird, denn es ist nun einmal ein Hase- und Igel-Spiel. Vielleicht hilft ja auch ein Jailbreak weiter und die Kabelsperre ist entfernt worden, wer weiß? Aber unterm Strich könnte es durchaus ein paar Leute geben, die sich sagen: Wisst Ihr was, Apple, bevormunden lass ich mich noch lange nicht und das war es jetzt mit uns beiden. Und welche Wirkung und Ausstrahlung hat die Sperre der Billigkabel eigentlich auf Noch-nicht-Apple-Kunden?

Wenn das der Steve wüsste. Oder wusste er es? Wer weiß.

Filed under Apple

Das OTG-Problem mal von der anderen Seite: Eine negative Bewertung und ihr Hintergrund

Es ist mal wieder an der Zeit, die Hintergrundgeschichte einer negativen ebay-Bewertung zu erzählen. Gerade diese Bewertung ist unter zwei Gesichtspunkten interessant, denn sie zeigt einen ganz neuen Aspekt der USB-OTG-Problematik, der uns in dieser Form so auch noch nicht über den Weg gelaufen war. Außerdem begegnen wir einem Kunden, der das Lebensmotto Bleib mir bloß mit der Realität und Fakten vom Leib, ich hab meine Meinung ganz besonders verinnerlicht hat.

Hier ist die negative Bewertung, die uns heute, am 16.01.2012, auf ebay verpasst wurde.

Schrott Ware nie mehr !!!-

Gekauft wurde ein USB-Doppelstecker und somit eigentlich ein Artikel, der nicht kaputtgehen kann.

USB-Doppelstecker

USB-Doppelstecker

Was also hatte der Kunde hiermit vor? Aus seiner ersten Mail erfahren wir es nicht.

Das was hab ich bekommen ist ein Schrott.Es ist nicht zu verwenden.Verbindung fehlgeschlagen (Kompiuter).Ich will, was funktioniert.

Eine Nachfrage ergab dann diese Antwort.

Ich will mein Telefon Nokia n8 verbund mit Compiuter.Da zu brauche ich Stecker A/A.

Warum dann dieser Adapter? Wir haben ihm dann den Kauf eines gewöhnliches Micro-USB-Kabels vorgeschlagen, doch er meinte dazu

Ich habe schon orginal kabel i brauche nur adapter A/A .Orginal kabel von Nokia N8 hat eine seite (mini) andre seite (B) Ich brauche adapter A/A .

Dann endlich fiel bei uns der Groschen. Nokia liefert mit dem N8 ein OTG-Kabel aus, mit dem sich USB-Geräte an das Handy anschließen lassen. Die Idee des Kunden war es nun, in die USB-Kupplung den Doppelstecker einzusetzen, um das Handy auf diesem Weg an den PC anzuschließen. Doch diese Idee führt leider in die Irre.

Normalerweise haben wir die OTG-Problematik genau andersherum, denn manche Kunden kaufen nicht-OTG-beschaltete USB-Adapter, um damit Mäuse, Tastaturen oder Speichersticks an ihre Tablets oder Smartphones anzuschließen. Diese Geräte bleiben dann aber mangels OTG im Peripheriemodus und werden eben gerade nicht in die Host-Funktion versetzt, die erforderlich ist, damit sie andere Geräte aufnehmen können.

Hier nun bestand das Problem aber darin, dass das N8 durch die OTG-Beschaltung des Nokia-Kabels sehr wohl in den Host-Modus versetzt wird. Wenn man nun aber einen Doppelstecker nimmt und die Verbindung zum PC herstellt, dann verweigert das auf Host eingestellte Nokia-Handy die Anmeldung als Peripheriegerät am Bus des Computers. Es muss nun einmal immer ein USB-Host mit einem USB-Peripheriegerät zusammenkommen, ansonsten scheitert die Verbindung. Wenn, wie in diesem Fall, zwei Hosts aufeinanderstoßen, passiert leider gar nichts.

Dies haben wir dem Kunden dann auch erklärt. Er hat die Erklärung mit der oben zitierten Bewertung quittiert.

Getestet und läuft: Der 3,5-mm-TRRS Pinout Changer für Headsets

Als wir seinerzeit unseren Headset-Adapter 14022 entworfen haben, mussten wir uns entscheiden, ob der vierpolige 3,5-mm-Klinkenstecker die traditionelle Pinbelegung bekommen soll oder das neuere, von Apple eingeführte Design. Da praktisch jeder Hersteller von Smartphones, Tablets und Notebooks inzwischen Apple gefolgt ist, haben natürlich auch wir das getan.

Der Hintergrund ist der, dass, so lange wie es schon Klinkenstecker gibt, immer der Massekontakt ganz oben am Schaft lag. Ein Monostecker (TS = Tip/Sleeve) ist belegt mit Signal,GND. Ein Stereostecker hat immer die Belegung L,R,GND, betrachtet von der Spitze zum Schaft in der Reihenfolge TRS (Tip/Ring/Sleeve). Und als die ersten Mobiltelefone mit vierpoligem TRRS-Headsetanschluss erschienen, lautete deren Belegung L,R,MIC,GND.

Doch Steve Jobs wäre nicht der große Visionär, wenn er nicht irgendwann verkündet hätte: Stay hungry, stay foolish und tauscht doch einfach mal die Kontakte 3 und 4. Gut, wir wissen nicht, wer im Hause Apple auf diese grandiose Idee gekommen war, aber Fakt ist, dass das iPhone das erste Gerät mit der Belegung L,R,GND,MIC war. Apple hat also die Masse auf den zweiten Ring verschoben und das Mikrofonsignal entsprechend auf den Schaft verpflanzt. Wenn es hierdurch einen technischenVorteil gibt, so hat er sich mir noch nicht erschlossen. Wahr ist jedoch, dass Apple mit dem L,R,GND,MIC-Pinout einen neuen Standard gesetzt hat, dem auch wir gefolgt sind.

In letzter Zeit kamen dann jedoch immer mehr Anfragen von Kunden herein, die gerne unsere 14022 nutzen möchten, aber ein älteres Nokia- oder HTC-Gerät mit der traditionellen L,R,MIC,GND-Belegung haben. Sollten wir nun für diese Kunden eine Variante des Adapters mit der anderen Belegung herstellen? Dies wäre die eine Möglichkeit, aber sehr viel besser wäre doch ein Adapter, der ganz einfach die Kontakte 3 und 4 miteinander vertauscht. Und hier ist er, oder vielmehr, das erste Musterexemplar:

TRRS-Adapter 14024

TRRS-Adapter 14024

Es ist ein ganz simples Kabel mit jeweils vierpoligem 3,5-mm-Stecker und -Kupplung, bei dem die Kontakte 1 und 2 1:1 verbunden sind, die Kontakt 3 und 4 jedoch gekreuzt.

Ich habe dann auch gleich mal zu meinem alten Nokia 5800 gegriffen, denn es verwendet die traditionelle Pinbelegung. Ein iPhone-kompatibles Headset wird deswegen auch nur als Kopfhörer erkannt, nicht als Headset. Schließt man das Headset dann aber mit unserem neuen Kabel an, erkennt das Nokia-Handy ein vollwertiges und kompatibles Headset inklusive Mikrofon. Und das Telefonieren klappt natürlich auch einwandfrei.

Das Kabel kann damit weit mehr, als wenn wir nur eine Variante unseres 14022 gefertigt hätten. Es lässt sich damit natürlich unser 14022 an älteren Geräten mit L,R,MIC,GND-Belegung nutzen, aber darüber hinaus passt es auch ältere Headsets an neuere Telefone an und umgekehrt.

Das neue Kabel hat den Test also bestanden und geht jetzt in die Massenproduktion. Es wird die Artikelnummer 14024 bekommen und, soweit uns kein besserer Name einfällt, als TRRS Pinout Changer vermarktet. Der Name ist in Analogie zum Gender Changer entstanden und auf Deutsch fehlt irgendwie das sprachliche Pendant. Wandler impliziert für mich aufwendige Elektronik, die ja nicht vorhanden ist.

Aber ein Name wird sich schon noch herauskristallisieren. Das Adapterkabel wird auf jeden Fall gleich zu Beginn des neues Jahres bestellbar sein.

Filed under Apple, Audio

Alles wie gehabt: Mit iOS 5 sperrt Apple mal wieder AV-Kabel aus.

Ich verspüre gerade ein echtes Déjavu, denn es war im Sommer 2009, mit dem Erscheinen von iOS 3, dass Apple ein Composite-AV-Kabel ausgesperrt hat, das wir bis dahin recht erfolgreich verkauft hatten. Was hier noch ein böser Verdacht  war,  konnten wir kurz darauf mit einem iPod Touch reproduzierbar nachstellen. Als der iPod mit iOS 2.2. ausgeliefert wurde, lief unser Kabel tadellos. Nachdem wir den frischgelieferten iPod jedoch auf iOS 3 aktualisierten, erschien nur noch eine frustrierende Meldung, laut der dieses Zubehör nun nicht mehr unterstützt würde.

Component-AV-Kabel

Component-AV-Kabel

Seit damals war Apple jedoch relativ liberal im Umgang mit Fremdzubehör, wie wir zugestehen müssen. Vor einigen Monaten haben wir dann ein sehr edles Comoponent-AV-Kabel in unser Programm aufgenommen, dass auch vollständig von sämtlichen iOS-4er-Versionen angemommen wurde. Nun gab es jedoch einige Retouren dieses Kabels, von denen wir nur indirekt etwas mitbekamen, weil wir die meisten Einheiten dieses Artikels über Versand durch amazon versenden lassen. Gab es bis zum Erscheinen von iOS 5 praktisch nie eine Rückgabe dieses Kabels, häuften sie sich nun plötzlich und es kam schon eine böser Verdacht auf. Wir haben aktuell aber kein iOS-Gerät zur Verfügung und konnten die Situation dadurch nicht nachstellen.

Nun aber wurde dieser Verdacht leider durch eine direkte Rückmeldung eines Kunden bestätigt. Schließt man dieses Kabel an ein Gerät mit iOS 5 an, erscheint die altbekannte Meldung mit dem nicht unterstützten Zubehör. Oops, they did it again.

Wenn ich ein iPhone 4 oder iPad 2 im Einsatz hätte und würde dieses Kabel bereits seit Monaten nutzen, um Videos auf den Fernseher zu schicken, wäre ich jetzt vermutlich schon ein wenig wütend. Immerhin entscheidet Apple, dass ich ab sofort dieses Kabel nicht mehr wverwenden darf. Warum eigentlich?

Filed under Apple

Headsetadapter: Ein iPhone-Aufsteckmikrophon kann gar nicht funktionieren

Headset-Adapter 14022

Headset-Adapter 14022

Ich lese gerade eine schlechte amazon-Produktrezension für unseren Headset-Adapter 14022, die mich jetzt, wo ich darüber nachgedacht habe, schon ein wenig ärgert.

Der Kopfhöreranschluss geht, aber mein teures iPhone zertifiziertes MicW i456 funktioniert damit nicht.
Es is weiterhin das iPhone Mikro aktiv, wenn der Splitter benutzt wird mit Kopfhörer und Mikro.
Direkt ins iPhone geht das MicW i456 natürlich; mit dem Splitter aber eben leider nicht.

Das ist auch alles korrekt so, dass das nicht funktioniert. Denn was stellt unser Adapter für das Mikrophon bereit? Eine klassische dreipolige Klinkenkupplung, die mit einem separaten Mikrophonstecker funktioniert, wie wir ihn an den guten alten PC-Headsets mit zwei Klinkensteckern vorfinden. Die klassische Stereo-Klinke halt mit der Belegung L,R,GND.

Das i456 hingegen ist dafür konzipiert, direkt an die vierpolige Klinkenkupplung des iPhone angesteckt zu werden. Das offenbart ein flüchtiger Blick au den Stecker: Er ist vierpolig und dürfe die iPhone-Belegung L,R,GND,MIC haben.

Dann kann und soll nicht an unserem Adapter funktionieren, denn der Stecker dieses Mikrophons ist identisch mit dem Stecker unseres Adapters. Steckt man das Mikro aber in unseren Adapter, trifft ein vierpoliger L,R,GND,MIC-Stecker auf eine dreipolige L,R,GND-Kupplung. Zudem erwartet unser Adapter die Signale auf den vorderen zwei Kontakten, während das Mikrophon sein Signal auf dem vierten Pol liefert. Auch wenn das i456 iPhone-zertifiziert ist, so ist es deswegen noch lange nicht kompatibel mit unserem Adapter.

Sollte der Rezensent das hier zufällig lesen: Wir würden es außerordentlich begrüßen, wenn die Rezension wieder gelöscht würde. Unser Adapter war intakt und ist sehr wohl mit dem iPhone 4S kompatibel. Aber er braucht nun einmal ein Stereo-Mikrophon mit dreipoligem Stecker, was sich der Beschreibung ja auch entnehmen lässt.

 

 

Filed under Apple

Warum wir auf Ebay keine Nachnahme mehr anbieten können

Eigentlich dachte ich ja, dass der momentane Zustand, der seit der Einführung der neuen Ebay-Kaufabwicklung zum 01. Juli anhält, irgendwann einmal abgestellt wird. Dem war leider nicht so und deshalb wird es nach über vier Monaten jetzt Zeit, ihn zu erklären.

Bis zum 30. Juni gab es ja eine simple Arbeitsteilung zwischen Afterbuy und Ebay. Nachdem der Kunde gekauft hatte, wurde er in jedem Fall von Ebay auf die Seiten von Afterbuy geführt, um dort dann die Rechnungs- und Lieferanschrift anzugeben sowie die Zahlungs- und Lieferart auszuwählen. Dieses Verfahren war erprobt und funktionierte reibungslos.

Seit dem 01. Juli aber fordert Ebay, dass die gesamte Kaufabwicklung innerhalb von Ebay stattzufinden hat. Afterbuys Rolle beschränkt sich jetzt darauf, Ebay auf eine Abfrage hin mitzuteilen, welche Zahlungs- und Liefermethoden für den jeweiligen Kauf angeboten werden. Dieses Verfahren funktioniert auch nach über vier Monaten nur sehr leidlich.

Ein vollkommen ungelöstet Problem ist dabei die Zahlung per Nachnahme. Wer bei uns im eigenen Shop kauft, bekommt nach wie vor die Zahlung per Nachnahme angeboten. Der Aufpreis hierfür beläuft sich auf 5€, was ziemlich genau unseren tatsächlichen Mehrkosten entspricht. Diese 5€ – und das ist der entscheidende Punkt – sind in Afterbuy keine Versandkosten, sondern ein Zahlartenaufschlag.

Und genau hier liegt auch schon das ungelöste Problem, denn Ebay kennt keinen Zahlartenaufschlag. Würden wir weiterhin für Ebay-Käufe die Nachnahmezahlung anbieten, wären wir rein technisch nicht mehr in der Lage, den Kunden während der Kaufabwicklung den Aufpreis zu präsentieren. Da wir nicht vorhaben, die 5€ sozusagen als kleine Überraschung erst an der Haustür verlangen zu lassen, verzichten wir bei Ebay-Käufen lieber ganz auf diese Zahlart.

Ob dieses Problem irgendwann einmal behoben wird? Wir hätten nicht erwartet, dass es nach über vier Monaten immer noch existiert.

Filed under Allgemeines

OTG-Kabel, das zweite: Jetzt für Mini-USB

Unser OTG-Kabel für Geräte mit Micro-USB-Anschluss ist richtig gut angenommen worden und auch die Produktrezensionen bei amazon können sich sehen lassen. Grund genug für uns also, unser Angebot in Sachen USB-OTG zu vergrößern.

Aus einer Vielzahl von Kundenanfragen wissen wir, dass es einen gewissen Bedarf an OTG-Kabeln für Geräte mit Mini-USB- anstelle von Micro-USB-Anschluss gibt. Wir werden zwar unseren Teil dazu beitragen, die entsprechenden Kabel zu liefern, jedoch wird es nicht an jedem denkbaren Gerät funktionieren. Warum das so sein wird, möchte ich an dieser Stelle einmal erläutern.

Was bedeutet noch gleich USB-On-The-Go (USB-OTG)? Das wichtigste Merkmal von OTG ist die Umkehr der Rollenverteilung einer USB-Verbindung. USB ist nämlich keine Peer-to-Peer-Verbindung, also keine Koppelung von zwei gleichberechtigten Geräten. Stattdessen gibt es immer einen Host-Computer, an dessen Bus sich das Peripheriegerät anmeldet. Einfach ausgedrückt: Man schließt den Drucker an den Computer an und nicht den Computer an den Drucker.

Da es diese Rollenverteilung gibt,  ist auch jede USB-Buchse an eine solche Funktion gebunden. Dies erklärt, warum wir den Steckertyp A für den Host-Computer benutzen und den Typ B für das Peripheriegerät. Genauso sind die B-Typen der kleinen Steckergrößen Mini- und Micro-USB für Peripheriegeräte vorgesehen. Eine Micro-USB-Buchse an einem Android-Smartphone oder -Tablet ist also dafür da, das Gerät an einem PC anzumelden, um zum Beispiel von diesem aus auf die Speicherkarte zuzugreifen oder Apps zu installieren.

Ein modernes Android-Gerät wie das Samsung Galaxy S2 ist jedoch nicht auf die alleinige Rolle als Peripheriegerät beschränkt, sondern kann auch der Host sein, an dem eine Tastatur oder ein USB-Stick angeschlossen wird. Von den Steckertypen her könnte der Hersteller jetzt irgendwo am Rand des Smartphones eine konventionelle große USB-Kupplung des Typs A verbauen, aber wie würde das denn aussehen? Also wählt man einen anderen Weg und ermöglicht es dem einen vorhandenen Micro-USB-Anschluss, unter bestimmten Umständen vom Peripherie-Modus in den Host-Betrieb zu wechseln. Diese Umstände sind, genauer gesagt, ein Host-Mode-Kabel wie unser oben genanntes Modell. Ein solches Kabel muss eine bestimmte Beschaltung des Micro-USB-Steckers haben, die dem Gerät signalisiert: Achtung, du bist jetzt im Host-Modus! Mach dich bereit dazu, ein Peripheriegerät aufzunehmen.

Wir brauchen also für erfolgreiches USB-OTG zwei Bestandteile: Ein Host-Mode-Kabel, wie wir es jetzt auch für Mini-USB vorstellen sowie ganz grundsätzlich ein Gerät mit einer Software, in der USB-OTG auch vorgesehen ist und unterstützt wird. Diese Software jedoch ist der Punkt, von dem ich annehme, dass er nicht in jedem Fall gegeben sein wird.

Mini-USB-OTG-Kabel

Mini-USB-OTG-Kabel

Denn was sind denn eigentlich die Geräte, die potenziell für ein OTG-Kabel mit Mini-USB-Stecker geeignet wären? Es gibt zunächst eine ganze Reihe von No-Name-China-Tablets mit Android 2.1 oder 2.2, die eine Mini-USB-Buchse haben sowie ein Android-ROM mit OTG-Unterstützung. Letzteres ist keineswegs selbstverständlich, denn viele Froyo-Geräte wie das Motorola Milestone beherrschen kein OTG und werden es auch nicht mehr bekommen.

Doch aus Rückmeldungen unserer Kunde wissen wir, dass der OTG-Bedarf vor allem für ganz andere Geräte herrscht: Es sind nämlich Sat-Receiver. Im Moment vergeht kaum eine Woche, in der sich nicht ein Supportkontakt abspielt, der damit beginnt, dass ein Kunde unseren ganz banalen Adapter mit Mini-USB-Stecker und USB-Kupplung kauft. Kurz darauf erreicht uns die Reklamation, dass der gekaufte Adapter defekt sei. Da ein dermaßen simples Stück Technik äußerst selten defekt ist, fragen wir nach, was der Kunde damit machen wollte. Die typische Antwort lautet dann, dass ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte mit Videos an den Receiver angeschlossen werden sollte.

Was so einfach aussehen mag und von der rein mechanischen Seite her auch so einfach herzustellen ist, stellt natürlich in Wahrheit einen ziemlich komplexen technischen Prozess dar. Das Laufwerk muss erkannt und am Bus des Receivers angemeldet werden, aber zuvor muss der Sat-Receiver sich hierfür in den USB-Host-Modus versetzen. Denn der Mini-USB-Anschluss ist eigentlich dazu da, den Receiver als Peripheriegerät an einen PC anzuschließen, um die Firmware zu aktualisieren, vom PC aus auf die Festplatte zuzugreifen oder den Receiver als TV-Tuner zu verwenden. Für eine Host-Funktion hingegen müssen die beiden bereits erwähnten Voraussetzungen gegeben sein: Ein OTG-Adapter sowie die OTG-Unterstützung durch die Receiver-Firmware.

Bislang mangelte es schon am OTG-Adapter, doch diesen Mangel stellen wir jetzt ab. Worauf wir jedoch naturgemäß keinen Einfluss haben, ist die OTG-Unterstützung der jeweiligen Sat-Receiver-Firmware. Wir tun, was wir können und lassen ein Mini-USB-Kabel mit OTG-Beschaltung fertigen, doch die Softwareunterstützung können wir leider nicht liefern. Wenn OTG nicht vorgesehen ist und es für den Receiver auch keine OTG-fähige Custom-ROM gibt, die aufgespielt werden kann, denn wird es mit manchen Modellen leider nicht möglich sein, externe USB-Laufwerke zu verwenden.

 

 

Filed under USB

Headset-Adapter 14022: Mit GarageBand klappt’s auch am MacBook

Headset-Adapter 14022

Headset-Adapter 14022

Es ist doch eine schöne Sache, wenn sich Kunden gegenseitig helfen. Natürlich gibt es hierfür unseren Support, der für solche Fragen der richtige Ansprechpartner ist, aber auch wir wissen natürlich nicht alles. Und bei Fragen rund um den Mac fehlt uns häufig auch die Erfahrung mit Apple-Hardware.

So wie bei diesem Problem mit unserem Headset-Adapter 14022, mit dem sich die Kundin gar nicht erst an uns gewandt hat, sondern die Sachlage in Form einer Produktrezension bei amazon schildert:

Funktioniert gut. Allerdings funktioniert es nicht mit dem MacBook Air late 2010! Dafür hatte ich es eigentlich gekauft.
Der Adapter ist hochwertig verarbeitet und verursacht auch kein Rauschen.

Mit dem einfachen Einstöpseln in die kombinierte Mikrofon- und Kopfhörerbuchse des MacBook Air funktioniert es also nicht auf Anhieb. Doch es ist ja möglich, Rezensionen bei amazon zu kommentieren und dies hat auch gleich ein anderer Käufer getan:

Vielleicht kann ich Dir helfen, denn der Adapter sollte mit jedem MacBook mit Kombi-Ein-/Ausgang funktionieren. Allerdings hat Mac OSX manchmal ein wenig Probleme mit der Erkennung des Mikrofons. Wenn Du das vorinstallierte GarageBand startest und dort den Mikrofoneingang wechselst, wird meist ein Headset erkannt (natürlich nur, wenn eins angeschlossen ist) und der Kopfhörerausgang funktioniert parallel zum Eingang, der sich vom Line-In- zum Mikrofoneingang wandelt.

Warum man das in den Einstellungen immer noch nicht manuell einstellen kann, ist mir allerdings ein Rätsel.

Daraufhin antwortet die Angesprochene:

Vielen lieben Dank für den Tipp! Es hat tatsächlich mit GarageBand funktioniert! Ich hatte schon alles ausprobiert aber nur damit hat es geklappt! Wenn GarageBand es einmal erkannt hat kann man es auch immer wieder in den System Einstellungen auswählen. Wirklich toll!

Danke noch einmal dafür! Ich werde noch meine Rezension entsprechend editieren.

Auch von unserer Seite aus vielen lieben Dank für den Super-Tipp.  Zukünftig sind dann auch wir  in der Lage, anderen Kunden mit einem neueren MacBook helfen zu können. Außerdem können wir den Adapter jetzt auch ganz offiziell für die MacBooks mit vierpoligem Klinkenanschluss freigeben, was ja auch nicht so ganz uninteressant sein sollte.

Filed under Allgemeines, Audio

Ob das funktioniert? Gleichzeitig Musik hören und den iPod Shuffle laden mit unserem Headset-Adapter

Headset-Adapter 14022

Headset-Adapter 14022

Schade, dass ich keinen iPod Shuffle zur Hand habe, jetzt, wo ich ihn bräuchte. Deswegen muss das jetzt hier ein bloßes Gedankenexperiment bleiben, dass nicht vorher von mir überprüft werden konnte. Es geht um die Frage, ob unser Headset-Adapter 14022 nicht vielleicht auch dazu geeignet ist, den iPod Shuffle ein klein wenig komfortabler zu machen. Wenn dem so wäre, könnte der iPod beim Autofahren Musik abspielen und gleichzeitig per USB geladen werden, was bislang den größeren iPods mit dem Dock Connector vorbehalten bleibt.

Schauen wir uns einfach mal die Pinbelegungen des vierpoligen Klinkensteckers in den drei verschiedenen Einsatzbereichen an, die da sind:

  1. Unser Headset-Adapter
  2. iPod Shuffle im Musik-Modus, wenn ein Kopfhörer oder Audio-Klinkenkabel eingesteckt wird
  3. iPod Shuffle im USB-Modus, wenn ein USB-Kabel in die Klinkenbuchse eingesteckt wird

Der USB-Modus des iPod Shuffle bezieht sich hier nicht auf ein USB-Ladegerät, sondern auf eine USB-Verbindung zum Computer. Da die vier USB-Adern auf die vier Kontakte des Klinkensteckers gespiegelt werden, sind beide USB-Funktionen möglich: Laden und Datenübertragung.

Pin Headset-Adapter iPod Shuffle Musik iPod Shuffle USB
1 LEFT LEFT USB DATA+
2 RIGHT RIGHT USB DATA-
3 GND GND GND
4 MIC N/A Vcc

Das Wichtigste an dieser Gegenüberstellung ist zunächst, dass die Masse (GND) immer auf dem dritten Kontakt liegt. Wäre das anders, müssten wir an dieser Stelle sowieso abbrechen. Was macht nun aber unser Headset-Adapter? Er teilt erst einmal die Masse auf und leitet den GND-Kontakt an beide Klinkenkupplungen weiter. Sodann führt er die Kontakte 1 und 2 an die Kopfhörerbuchse, an der dadurch eine dreipolige Stereokuppung entsteht. Der vierte Kontakt jedoch, die Mikrofonleitung, wird in den separaten Mikrofonanschluss geführt. Diese Kupplung muss zwangsläufig zweipolig, also Mono, bleiben, denn ein Stereo-Mikrofon ließe sich erst mit einer fünfpoligen Klinke herstellen, die nicht existiert.

Wenn jetzt unser Adapter an einen iPod-Shuffle angeschlossen wird, kann man auf jeden Fall über die Kopfhörerbuchse problemlos Musik hören. Doch was passiert am Mikrofonanschluss? Der vierte Kontakt ließe sich jetzt wunderbar nutzen, um ein USB-Kabel wie unsere 90303 mit einem Ladegerät zu verbinden und über den freien, vierten Pol den iPod aufzuladen.

Rein technisch stellt das überhaupt kein Problem dar, denke ich. Der Kontakt ist ungenutzt und kann verwendet werden. Allerdings ist es möglich, dass die Software des iPod Shuffle streng zwischen dem Musikmodus und dem USB-Modus unterscheidet und deswegen im Musikmodus schlicht die Stromaufnahme verweigert. Doch Software lässt sich umschreiben.

Ich denke, wir sollten uns schnellstens einen iPod Shuffle besorgen und die ganze Überlegung mal in der Praxis testen. Oder hat jemand einen iPod Shuffle und bereits den Headset-Adapter sowie das USB-Kabel bei uns gekauft? Wenn ja, bitte mal ausprobieren und berichten!

Filed under Apple

Aus der Sicht des Unternehmers: Warum Deutschland den Mindestlohn braucht

Das Bild der Diskussion über den Mindestlohn, das die Medien wiedergeben, suggeriert eine eindeutige Frontlinie. Auf der einen Seite stehen die Parteien des erweiterten linken Spektrums sowie die Gewerkschaften als Befürworter dessen Befürworter, während er vehement von den bürgerlichen Parteien sowie den Unternehmens- und Arbeitgeberverbänden bekämpft wird. Ein Riss geht inzwischen durch die Union, in der sich der Arbeitnehmerflügel inzwischen auf die Seite des Mindestlohns geschlagen hat und in dieser Frage mit dem Wirtschaftsflügel der Partei über Kreuz liegt. Auf der Suche nach Unternehmern hingegen, die sich für einen Mindestlohn aussprechen, finden sich mit den Herren Grupp und Prost lediglich zwei Patrone alten Schlages.

Deswegen finde ich es an der Zeit, zu betonen, dass die Arbeitgeber keineswegs diesen monolithischen Block der Mindestlohngegener bilden, als der sie überwiegend in den Medien dargestellt wird. Auch ich selbst sehe mich als selbständigen Unternehmer, der sich eindeutig für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn positioniert. Die Argumente der Gewerkschaften für diesen Mindestlohn sind inzwischen wieder und wieder vorgetragen worden, während andererseits nur wenige Arbeitgeber erklären wollten, was aus ihrer Sicht die Beweggründe sind, um eine faire Lohnuntergrenze per Gesetz zu ziehen.

Hier bei adaptare bekommen die Packer den von der SPD geforderten Mindestlohn von €7,50, jedoch als Nettostundenlohn. Für den Minijobber ist das kein nennenswerter Unterschied, jedoch fallen für jemanden, der mehr arbeitet, beachtliche Lohnnebenkosten an, die jedoch vollständig vom Arbeitgeber getragen werden. Den überraschten Reaktionen der künftigen Mitarbeiter, wenn sie zum ersten Mal von ihrem Verdienst erfahren, ist regelmäßig zu entnehmen, dass diese Bezahlung über dem Niveau liegt, das für solche einfachen Tätigkeiten üblich ist. Bedingt durch die Erfahrungen in anderen Unternehmen hatten sie bisher alle deutlich weniger erwartet und entsprechend gering ist auch unsere Fluktuation.

Löhne sind Kosten und Kosten können nicht gering genug sein. Doch ist diese Regel wirklich so einfach oder sind die ökonomischen Zusammenhänge nicht vielleicht doch ein wenig komplexer? Bei näherer Betrachtung sind Kosten erst dann zu groß, wenn sie nicht von den Umsätzen gedeckt werden. Wenn die Kunden also bereitwillig kaufen und Preise bezahlen, von denen die Kosten gedeckt werden, muss sich der Unternehmer wenig Gedanken um seine Kosten machen. Nach einem Jahrzehnt stagnierender, wenn nicht sogar sinkender Reallöhne hingegen kann von den Arbeitnehmern keine allzu große Kauffreudigkeit mehr erwartet werden. Anschaffungen werden hinausgezögert oder sogar komplett vermieden und wenn sie dann doch getätigt werden, wird penibel auf den Preis geschaut. Dies ist ein Klima, in dem der Einzelhandel zur Kostensenkung gezwungen wird, die zuallererst auf dem Rücken der Beschäftigten stattfindet. Eine stagnierende Binnenkonjunktur führt zu Lohnsenkungen und Lohnsenkungen ziehen ihrerseits eine weiterhin stockende Binnenkonjunktur nach sich. Wer wissen will, wer diese Abwärtspirale begonnen hat, landet unweigerlich bei der Frage nach der Henne und dem Ei. Ein Mindestlohn hingegen würde genau den Nachfrageimpuls auslösen, der die dann ohnehin nicht mehr legalen Minilöhne auch betriebswirtschaftlich überflüssig machen würde.

Löhne als Kosten stehen also immer in Relation zum Umsatz. Doch es gibt noch eine weitere Relation, nämlich die zu den Lohnkosten der Wettbewerber. Wer signifikant höhere Kosten zu schultern hat als sein direkter Konkurrent, sieht sich vor einem großen Problem und derjenige Unternehmer, der seine Mitarbeiter anständig behandelt und bezahlt, leidet unter einem echten Nachteil gegenüber einem anderen Abieter, der seine Angestellten mit Armutslöhnen abspeist. Zwar ziehen solche Firmen regelmäßig die mediale und öffentliche Kritik auf sich und erfahren ein gewisses Maß an Verachtung, doch muss dies noch lange keine handfesten Umsatzeinbußen nach sich ziehen. Das Kaufverhalten der Konsumenten richtet sich nicht unbedingt nach ihren moralischen Empörungen, sondern häufig genug nach dem kleinsten Preis. Dies geschieht dann unabhängig von den Umständen, unter denen er angeboten werden kann. Man will es vielleicht auch gar nicht so genau wissen.

Und genau hier entsteht dann das Problem für den Unternehmer, der bislang moralisch einwandfreie Löhne bezahlt hat. Wenn ihm nun aber die Aufträge ausbleiben, weil die Konkurrenz ihn durch Armutslöhne aussticht, muss er unweigerlich nachziehen und die Löhne drücken, um zu überleben. Doch gerade als kleiner Mittelständler, der seine Mitarbeiter noch persönlich kennt, ist dies leichter gesagt als getan. Gehört dieser Unternehmer auch noch zu der Sorte Mensch, der an einem fairen Miteinander interessiert ist und dem es nicht egal ist, was seine Angestellten über ihn denken, gestaltet sich die notwendige Senkung der Löhne schlicht unmöglich. Was nützt ihm die gesellschaftliche Anerkennung für sein Handeln gemäß dem Ideal des Ehrbahren Kaufmanns, wenn am Ende doch nur sein Wettbewerber überlebt, der vor keiner Übervorteilung zu Lasten seiner Belegschaft zurückschreckt.

Auch wenn dem Ehrbahren Kaufmann die Sympathien sicher sind, ist er als der Ehrliche der Dumme, solange es keine Lohnuntergrenze gibt. Die Verteilung der Umsätze folgt leider nicht zwingend der Verteilung der Sympathien und der Achtung der Verbraucher. Letztendlich kann nur der Mindestlohn verhindern, dass diejenigen Unternehmen den größten wirtschaftlichen Erfolg aufweisen, die ihre Preise mit den verachtenswertesten Methoden auf dem Rücken der von ihnen abhängigen Menschen erzielen.

Sicherliche ist diese Einteilung – hier die anständigen Unternehmer, die für den Mindestlohn sind, und dort die unanständigen, die ihn ablehnen – ein viel zu grobes Raster, um die Wirklichkeit widerzuspiegeln. Hinzu kommt, dass die Bedeutung des Begriffes vom anständigen Unternehmer im Ungefähren bleibt. Was er aber ungefähr meinen soll, ist der erwähnte Unternehmer, der ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern hat, sie angemessen entlohnt und deswegen in Schwierigkeiten gerät, weil sein Konkurrent Hungerlöhne zahlt, billiger anbieten kann und sich so die Aufträge sichert. Es gibt sehr wohl Branchen, in denen dies so ist.

Es ist in Deutschland keineswegs notwendig, dass mehr und mehr Menschen in wirtschaftliche Unsicherheit und Armut gedrängt werden. Bis vor ungefähr zwanzig Jahren war dies ein Land, in dem Leben und leben lassen gegolten hat und die blanke Existenzangst weitgehend der Vergangenheit angehört hat. Inzwischen ist sie zurück. Dies ist nicht gut.

Filed under Allgemeines

Informationen

Blog-Kategorien

Artikel nach Monaten

Februar 2012
M D M D F S S
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829  

Formspring

  • Newsletter Anmeldung

    Tragen Sie sich hier in unseren Newsletter ein


    powered by CleverReach

  • eKomi