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Apple und die Lade-Widerstände: auch für den iPod Shuffle

Posted by Michael Treichler on 12. September 2010 at 11:05

Letzte Woche haben ja wir hier die negative Bewertung eines Käufers unseres 2-in-1-Kabels für iPod und iPhone zum Anlass genommen, ein paar Worte über die eigentümliche Ladefunktion des iPhone 3Gs zu verlieren. Zur Erinnerung: Der Kunde fühlte sich von uns getäuscht, weil wir nicht überrascht darüber waren, dass er sein iPhone 3Gs mit unserem Kabel nicht am USB-Anschluss seines Autoradios laden konnte. Letztlich aber kamen wir zu dem Schluss, dass dies kein Mangel unseres Kabels ist, sondern an der USB-Ladebuchse liegt. Vor uns hatten bereits andere kluge Köpfe herausgefunden, dass Apple im offiziellen iPhone 3Gs-Ladegerät ein paar Widerstände verlötet hat, die das iPhone erkennen muss, um den Ladevorgang zu starten. Wenn diese Widerstände hingegen fehlen, was bei den meisten Autoradios der Fall sein wird, dann verweigert das iPhone die Stromaufnahme.

Inzwischen konnten wir unsere These erfolgreich mit einem kleinen Experiment untermauern. Die Versuchsanordnung bestand aus einem iPhone 3Gs, dem mitgelieferten Ladegerät sowie unserem Kabel. Das Resultat am Ende des Versuchs war ein vollgeladenes iPhone und die Erkenntnis, dass das Kabel sehr wohl kompatibel zum iPhone 3Gs ist, sofern die verwendete USB-Ladebuchse dies ebenfalls ist.

Als ich nun heute eines unserer Lade- und Datenkabel für den iPod Shuffle der 3. Generation in den Händen hielt, fiel mir auf, dass Apple offenbar auch hier mit Widerständen arbeitet. Das Kabel war mit einer zu schwachen Zugentlastung ausgeliefert worden, wodurch es sich bei der ersten Benutzung sofort zerlegt hat. Hierdurch trat das Innenleben des USB-Steckers ans Tageslicht und offenbarte einige interessante Details.

Doch zunächst einige Grundlagen zur Technik des iPod Shuffle: Die kleinste iPod-Baureihe muss aufgrund ihrer geringen Größe schon immer auf den Dock Connector verzichten, der alle anderen iPods, die iPhones und das iPad mit Strom und Daten versorgt. Apple hat sich beim iPod Shuffle für die recht clevere Lösung entschieden, den Kopfhöreranschluss als vierpolige Klinkenkupplung zu gestalten und die dadurch gewonnene zusätzliche AUX-Leitung für die USB-Strom- und Datenübertragung zu verwenden.

USB-Verbinder für iPod Shuffle 2. Generation

USB-Verbinder für iPod Shuffle 2. Generation

Das mitgelieferte Dock schien schon immer eine Nummer zu groß und seit den Zeiten des iPod Shuffle der 2. Generation gehört dieser kleine USB-Verbinder zu unseren Beststellern. Der Klinkenstecker wird in den iPod gesteckt und der iPod samt Adapter wie ein USB-Stick an den Computer angeschlossen.

Über den AUX-Kontakt des Klinkensteckers erkennt der iPod Shuffle dann die USB-Verbindung und beginnt, Strom zu laden. Wird hingegen per iTunes eine Datensynchronisation begonnen, schalter der iPod von der USB-Strom- auf die Datenleitung um.

Wie sich unschwer erkennen lässt, sind in diesem kleinen Adapter überhaupt keine Platinen und keine Elektronik verbaut worden. Stattdessen werden einfach nur die vier Adern eines USB-Kabels verlötet und die Daten- sowie 5V-Leitungen führen zum AUX-Kontakt des Klinkensteckers, während die dazugehören Masseadern mit dem entsprechenden 3,5-mm-Massepol verbunden sind. Durch diese Schlichtheit werden ein kleiner Preis sowie kompakte Außenmaße möglich.

USB-Kabel für iPod Shuffle 3. Generation

USB-Kabel für iPod Shuffle 3. Generation

Weil dieser Adapter so günstig und klein ist, tappen immer wieder einige Kunden in die Falle, die entsteht, wenn sie die Artikelbeschreibung lediglich flüchtig überfliegen. Denn dann kaufen sie ihn für ihren iPod Shuffle der 3. Generation und erleben später eine Enttäuschung. Der neueste Vertreter der Shuffle-Baueihe akzeptiert ihn nicht und verlangt stattdessen nach dem eingangs erwähnten Kabel, das dann auch gleich ein klein wenig teurer ist.

Dies ist erstaunlich, denn eigentlich haben wir es bei beiden Modellen mit identischen Standard-Steckern zu tun: 3,5-mm-Klinke 4-polig sowie USB Typ A. Was also unterscheidet den Adapter vom Kabel? Es sind die bereits erwähnten Widerstände, die sich im USB-Stecker des Shuffle-3-Kabels befinden.

Ganz ähnlich wie im Ladegerät des iPhone 3Gs hat Apple also das Dock für den iPod Shuffle 3 mit Widerständen versehen, durch die das Dock für den iPod Shuffle 2 sich nicht mit den neueren Modellgeneration benutzen lässt. Da es für den iPod Shuffle keine speziellen Ladegeräte mit USB-Buchse gibt, bedeutet dies für Ladekabel wiederum, dass diese Widerstände in das Kabel eingefügt werden müssen. Es lassen sich demnach nicht, wie beim iPhone, beliebige Kabel nur an besonderen USB-Buchsen verwenden, sondern es müssen die Kabel entsprechend angepasst werden.

Ein Widerstand auf der einen...

Ein Widerstand auf der einen...

...und zwei Widerstände auf der anderen Seite

...und zwei Widerstände auf der anderen Seite

Da wir kein Kabel aus dem Hause Apple verkaufen, wurde der Schaltplan mit den Widerständen beim iPod Shuffle offenbar ziemlich schnell durchschaut, wodurch erfolgreiche Nachbauten ermöglicht wurden. Aber das Prinzip ist beim iPod Shuffle und iPhone 3Gs identisch: In unmittelbarer Nähe der USB-Steckverbinder werden ein paar Widerstände verlötet, die das Apple-Gerät erkennen muss, um den Ladevorgang zu starten. Allen älteren Ladegeräten hingegen verweigern sich der neue iPod Shuffle genauso beharrlich wie das iPhone 3Gs.

Filed under Apple
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  • -mat

    Elektronik ist für heutige Menschen offensichtlich zu schwierig.

    Was Ihr in Euren Bildern als “Widerstände” bezeichnet (eins oben, zwei unten), sind höchstwahrscheinlich integrierte Schaltungen. Widerstände haben normalerweise nur zwei Anschlüsse, nicht z.B. 8.

    Auf der Oberseite der Platine ist kein einziger Widerstand zu sehen, auf der Unterseite möglicherweise 6. Weil SMD-Bauteile so klein sind, kann man nicht in jedem Fall sicher wissen, von welchem Typ sie sind. Streng genommen muß man sie auslöten und im Labor durchmessen (so wie Ada das ja auch gemacht hat).

  • Sddf

    naja ein labor brauch ich da nich zum messen. machs nicht zu kompliziert…
     

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