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Kabel, Adapter und der Onlinehandel an und für sich

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Author Archives: Michael Treichler

Sowas wie der Yeti: RS232-Adapter mit echtem PL-2303-Chip gesichtet

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Was soll diese Überschrift bedeuten? Ganz einfach, es geht darum, dass ich heute ein echtes Phantom in den Händen gehalten habe. Ich bin im Besitz eines Gegenstandes, von gemunkelt wird, dass es ihn wohl geben muss, aber so richtig gesehen hat ihn noch niemand. Halt eben genau wie beim Yeti, nur übertragen auf Computerzubehör.

Die Rede ist von einem USB-Adapter zur Nachrüstung einer seriellen Schnittstelle, der mit einem Prolific PL-2303-Chipsatz bestückt ist, der von den offiziellen Prolific-Treibern auch unterstützt wird. Denn obwohl wir in den langen Jahren unseres Geschäfts mit etlichen Modellen dieser Bauart zu tun hatten, war dennoch noch nie ein einziges Gerät dabei, dass wir mit den von der Prolific-Website heruntergeladenen Treibern hätten zum Laufen bringen können.

Die vermeintlichen Prolific-Adapter lassen sich in zwei Gruppen aufteilen, als da wären: zunächst einmal die biligen Exemplare, die teilweise schon für 3-4 Euro bei ebay verhökert werden. Aus unserem Sortiment sind gehören dazu der nicht mehr lieferbare 42101, sein Nachfolger 42102 sowie der baugleiche 42105, dem lediglich der 25-pin-Adapter des 42102 fehlt. Diese Billiggruppe hat als gemeinsames Merkmal die komplette Inkompatibilität mit Windows 7.

In der zweiten und teureren Prolific-Gruppe findet man bei uns den Adapter 42104. Der wesentliche Unterschied zur ersten Gruppe, von dem auch sein höherer Preis herrührt, ist, dass er unter Windows 7 installiert werden kann und dies sogar mit der 64-bit-Version. Kurios ist hingegen, dass hierfür der Vista-Treiber von der mitgelieferten CD verwendet werden muss. Alle Adapter der ersten Gruppe haben zwar auch einen Vista-Treiber, können aber unter Windows 7 nicht installiert werden. Da nun aber sämtliche bisher genannten Adapter als ihren Chipsatz den Prolific PL-2303 nennen, sind Zweifel daran durchaus angebracht, ob hier wirklich immer der gleiche Chip zum Einsatz kommt.

Und hier beginnt das Problem, denn ich bin sicherlich nicht der einzige, der ungern Treiber von einer mitgelieferten CD verwendet, sondern immer die Treiber direkt von der Website des Herstellers lädt. Dies funktioniert jedoch bei keinem einzigen dieser Adapter, denn wer den offiziellen Prolific-Treiber verwendet, bekommt von Windows einen Error 10 gemeldet: Das Gerät kann nicht gestartet werden. Da Prolific dieses Phänomen bekannt ist, schreiben sie hierzu folgendes.

If you are getting an Error Code 10 with a yellow exclamation mark in Device Manager after installing the latest Prolific PL-2303 driver, please contact the cable maker of your product for Prolific chip validity and support.

Prolific strongly recommend to only purchase USB-to-Serial cables from company-branded products providing technical support. It is not advisable to buy from unknown cable makers (no-brand cables) made in China. Prolific does not manufacturer any end-product cables and will not provide direct support to end-users.

Inzwischen ist diese FAQ sprachlich ein wenig abgeschwächt worden, denn früher war hier noch von gefälschten Chipsätzen die Rede. Hierzu gibt es aber immer noch einen  Hinweis in roten Buchstaben auf der Downloadseite.

NOTE: Beware of Counterfeit (Fake) Cables. Prolific does not manufacture or sell end-product cables.

Auch wenn uns in all den Jahren kein Kunde offen vorgeworfen hat, Produkte mit gefälschten Chipsätzen zu verkaufen, so hatten wir dabei doch stets ein ungutes Gefühl. Denn richtig zufrieden konnte man mit diesen Adaptern nie sein, denn es beginnt schon beim ersten Anstecken an den Computer. Alle Adapter melden sich als PL-2303 an und Windows 7 startet daraufhin die Update-Funktion. Windows Update denkt sich dann, Prolific 2303 kenne ich und lade mal eben die Treiber runter. Daraufhin wird dann der offizielle Treiber geladen, der dann sogleich einen Error 10 verursacht. Der Kunde ist wenig erfreut, sucht per Google nach der Prolific-Seite und liest was von gefälschten Chipsätzen. Wenn er es dann auch noch mit dem selbst heruntergeladenen Prolific-Treiber versucht, ist das Ergebnis ebenfalls nur ein Error 10. Auch wenn er dann schließlich mit den Treibern von der CD am Ende sein Gerät doch noch zum Laufen bekommt, ist der ganze Vorgang nicht unbedingt das, was den Ansprüchen entspricht, die wir an uns selbst setzen.

Aus diesem Grund haben wir uns ja auch bereits vor längerer Zeit nach Alternativen zu Prolific umgesehen und wurden bei einem Adapter mit FTDI-Chipsatz fündig, der unter Windows 7 tatsächlich vollautomatisch per Windows Update installiert wird, ohne dass der Anwender auch nur einmal etwas selbst erledigen müsste.

Doch es gibt Anwender, die lieber einen Adapter mit Prolific-Chipsatz haben möchten und so blieb die Frage, ob wir denn jemals ein Modell finden würden, dass vom offiziellen Treiber anerkannt wird? Bisher schien es solcher Adapter der eingangs besagte Yeti unter den USB-Geräten zu sein. Doch nun, in Zusammenarbeit mit einem unser deutschen Großhändler, haben wir tatsächlich den Yeti gesehen und gefunden. Es ist bisher nur ein Muster, das unserer Lieferant uns zum Testen überließ, aber natürlich startet jetzt, nach der überaus erfreulichen Erprobung, auch bald die Serienfertigung.

Neuer PL-2303-Adapter

Neuer PL-2303-Adapter

Egal, ob man unter 64-bit-Windows 7 das Update die Treiber laden lässt oder sie sich manuell bei Prolific besorgt, es funktioniert. Es gibt keinen Error 10 und kein gelbes Ausrufezeichen im Gerätemanager, sondern eine Prolific-USB-to-Serial-Bridge. Und das alles mit dem offiziellen Treiber und somit genau so, wie es sein soll und wonach wir so lange gesucht haben. Wir können noch nicht genau sagen, wann es soweit ist, denn das hängt diesmal ja auch von unserem Partner ab, der die Überwachung der Herstellung und den Import übernimmt. Aber sobald es eine Artikelnummer 42105 in unserem Shop gibt, wird es dieser Adapter sein, der denn Realität wird und kein Yeti mehr ist.

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Feb 18, 2012

Funzt nicht: DVI-RGB-Adapter an digitalem DVI-D-Anschluss

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DVI-Adapter

DVI-Adapter

Manchmal kriegt man ja als Chef so mit, was im Laufe des Tages an Bestellungen rausgeht. Ab und zu sind dann Kombinationen von zwei Artikeln dabei, bei denen man sich sofort denkt: O nein, bitte lass den Kunden nicht auf die Idee gekommen sein, dass er oder sie diese zwei Artikel in Reihe schalten könnte. So eine potenzielle Adapterkette ist mir in der vergangenen Woche aufgefallen und, obwohl wir nicht wissen, was der Kunde damit vorhat, ist sie ein schöner Anlass, mal wieder das gute alte Problem von den digitalen und den analogen Videoschnittstellen zu erläutern.

DVI-RGB-Adapterkabel

DVI-RGB-Adapterkabel

Die besagte Bestellung bestand aus dem kurzen Adapterkabel, dass einen DVI-I-Stecker und drei rot-grün-blaue Cinchkupplungen hat. Mit diesem Adapterkabel lässt sich ein Beamer mit analogem Komponenteneingang (auch als RGB bekannt) an einen Laptop oder PC mit DVI-I-Ausgang anschließen. Wohlgemerkt: DVI-I, nicht DVI-D. Es muss zwingend ein DVI-I-Ausgang sein, also eine DVI-Buchse mit allen 29 Kontakten, denn nur an einem solchen Ausgang finden wir das analoge Signal vor, das hier zwingend erforderlich ist. Komponente ist zwar ein sehr hochwertiger Videostandard, aber eben dennoch ein analoges Format und von daher muss die Videoquelle ebenfalls analog sein. Wäre der DVI-Ausgang hingegen ein rein digitaler DVI-D-Anschluss, bei dem wir nebem dem Block aus 24 Kontakten lediglich einen horizontalen Balken vorfinden, ohne die jeweils zwei Löcher über und unter dem Balken, dann kann es nicht funktionieren, denn es gibt bei diesem Anschluss keinerlei analoge Signale. DVI-D ist die rein digitale DVI-Variante.

Und genau deswegen stutzte ich so, als ich den zweiten bestellten Artikel sah. Dieser Adapter hat einen männlichen DVI-D-Stecker mit 24+1 Pins sowie eine weibliche DVI-I-Kupplung mit 24+5 Kontakten. Er wird benutzt, um ein DVI-I-Kabel an eine DVI-D-Buchse anzuschließen, was ansonsten mechanisch aufgrund der vier Zusatzkontakte des Steckers nicht möglich wäre. Jedoch ist dies ein rein mechanischer Adapter ohne irgendeine Form von Elektronik, was bedeutet, dass die DVI-I-Kupplung dieses Adapter natürlich kein analoges Signal enthalten wird. Denn auch nachdem dieser Adapter angesteckt wird, bleibt es weiterhin die rein digitale DVI-D-Schnittstelle und die vier zusätzlichen Kontakte bekommen durch diesen Adapter selbstverständlich kein Signal zugeführt. Sie bleiben schlicht unbelegt und wir haben es mit einem DVI-D-Signal zu tun, das über einen DVI-I-Anschluss ausgegeben wird.

Die Adapterkette, die nicht funktionieren kann

Die Adapterkette, die nicht funktionieren kann

Bei dieser mutmaßlichen Adapterkette ermöglicht es der Adapter zwar, das RGB-Kabel und somit den analogen Beamer letztendlich an eine DVI-D-Buchse anzuschließen, was ohne den Adapter schon rein mechanisch unmöglich wäre. Doch die Verbindung ist und bleibt eine rein mechanische Angelegenheit, denn es fehlt jegliche Form eines analogen Signals. An den drei Cinchkupplungen wird leider keinerlei Videosignal ankommen.

Abschließend seien deshalb noch einmal die diversen DVI-Varianten aufgeführt. Wer Skizzen der Anschlüsse braucht, findet sie in der Wikipedia.

  • 18+1 Pins: DVI-D, rein digital, Single Link
  • 24+1 Pins: DVI-D, rein digital, Dual Link
  • 18+5 Pins: DVI-I, digital und analog, Single Link
  • 24+5 Pins: DVI-I, digital und analoge, Dual Link
  • 12+5 Pins: DVI-A, rein analog

Gerade DVI-A klingt ein bisschen merkwürdig, weil es die rein analoge Variante einer digitalen Videoschnittstelle ist. Aber sei es drum, in den Anfangszeiten von DVI musste eben noch große Rücksicht auf rein analoge Monitore genommen werden. Auch wenn viele DVI-VGA-Adapter mit sämtlichen 29 Kontakten produziert werden, würden die 12+5 Pins, die DVI-A benötigt, vollkommen ausreichen. Und so ist es auch bei unserem RGB-Adapterkabel, denn auch bei dessen DVI-Stecker sind lediglich die 17 DVI-A-Kontakte belegt. Diese Kontakte jedoch werden zwingend benötigt und die vier Pins, die sich neben dem 24-Pin-Block befinden, bekommen bei der besagten Adapterkette kein Signal ab.

 

 

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Feb 11, 2012

Nachdenken über das BGE: Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen

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Nach dem Blogpost zur Notwendigkeit eines gesetzlichen Mindestlohns, ermutigt durch die hierzu erhaltenen positiven Rückmeldungen, wende ich mich heute einem weitaus ambitionierteren Projekt als dem Mindestlohn zu. Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) erscheint vielen Menschen immer noch als vollkommen utopisch, zumindest bei den Menschen, bei denen eine relativ positive Grundhaltung hierzu vorhanden ist. Für seine entschiedenen Gegner jedoch ist das BGE eine vollkommen absurde und abwegige Vorstellung, denn warum sollte ein Mensch Geld bekommen, ohne dafür zu arbeiten? Zwar erhalten auch Hartz-IV-Empfänger Geld ohne Gegenleistung, doch ist es hier Aufgabe des Sozialstaats, niemanden verhungern zu lassen. Und damit die Arbeitslosen sich nicht daran gewöhnen, wird durch die Jobcenter der entsprechende Druck aufgebaut, sich eine Arbeit zu suchen. So lautet denn auch das zweite Argument gegen das BGE, dass ja niemand mehr arbeiten würde, wenn er leistungsloses Einkommen ohne wenn und aber erhält.

Auch ich selbst habe das BGE anfangs eher skeptisch betrachtet. Je länger ich nun aber darüber nachdenke, umso mehr reift die Erkenntnis, dass das BGE ein vielversprechender Ansatz ist, der sehr wohl eine detailliertere Betrachtung verdient. Doch viel wichtiger für meine heute Sichtweise war die Erkenntnisse, dass unser Staat, so wie er heute organisiert und finanziert ist, nicht mehr funktioniert. Die Staatsschulden wachsen und wachsen und haben die europäischen Staaten schon längst in eine Schuldknechtschaft derjenigen allmächtigen Organisationen geführt, die nur noch mit dem abstrakten Begriff Die Finanzmärkte bezeichnet werden. Deshalb sollte die Einführung eines BGE mit einem Umbau der Staatsfinanzierung verbunden sein, der die öffentlichen Kassen endlich wieder auf die solide Grundlage stellt, mit der sie noch vor 40 Jahren ohne permanent neue Schulden auskommen konnten.

Diese damals noch vorhandene finanzielle Grundlage war die Vollbeschäftigung. Das BGE basiert deshalb auf der Erkenntnis, dass es in der Entwicklungsphase des Kapitalismus, in der sich die westlichen Gesellschaften heute befinden, keine Vollbeschäftigung mehr geben wird. Der Hauptgrund hierfür liegt im hohen Grad der Automatisierung, der in der Industrie inzwischen erreicht wurde. Wirft man beispielsweise einen Blick in die Autofabriken und vergleicht die Produktion eines VW Golf mit der eines Käfers in der sechziger Jahren, so liefen um den Käfer noch permanent 20-30 Arbeiter herum, während man heute vor allem Roboterarme sieht. Gleichwohl steckt im Golf ein Ausmaß von Wertschöpfung und technischer Entwicklungsleistung, die im Vergleich zu der des Käfers gigantisch ist.

Auch wenn wir heute ein Herr von Arbeitslosen zu beklagen haben, so gab es dennoch in fast jedem Jahr seit der Gründung des Staates ein mehr oder weniger großes Wirtschaftswachstum. Die wenigen Ausnahmen wie 2008 fallen hier nicht sonderlich ins Gewicht und der berühmte Kuchen, den es zu verteilen gibt, wurde und wird jedes Jahr größer. Es sind also weniger Menschen als früher daran beteiligt, eine erheblich größere Wertschöpfung zu erwirtschaften. Anders ausgedrückt, sind mehr Menschen als früher von der Erschaffung des immer größeren Gesamtwerks ausgeschlossen. Ihre Rolle wurde mehr und mehr von Maschen übernommen. Dennoch wird das Bruttoinlandsprodukt von Jahr zu Jahr größer und Basis für solide Staatsfinanzen ist unverändert vorhanden. Der Fehler in der Staatsfinanzierung liegt aber darin, dass praktisch nur der Anteil an dieser Wertschöpfung herangezogen wird, der durch menschliche Arbeit erschaffen wurde. Doch dieser Anteil wurde von Jahr zu Jahr kleiner.

Wir leben also eigentlich in einem Paradies und haben einen uralten Menschheitstraum verwirklicht, indem die anstrengende körperliche Arbeit heute von Robotern verrichtet wird. Wir könnten richtiggehend glücklich sein und uns unserer Freizeit erfreuen. Doch stattdessen hat die Finanzierung unseres Staates letztmalig zu einer Zeit funktioniert, als noch Menschen anstatt Roboter die Bauteile an ein neugebautes Auto geschraubt und geschweißt haben. Denn die Finanzierung unseres Gemeinwesen ist leider in den sechziger Jahren stehengeblieben und belegt ausschließlich diejenige Arbeit, die von Menschen erledigt wird, mit Steuern und Sozialabgaben. Wenn nun, wie millionenfach in den vergangenen Jahrzehnten geschehen, ein Mensch durch eine Maschine ersetzt wird, greift der Staat lediglich indirekt über den am Ende erwirtschafteten Gewinn seinen Anteil ab. Einer ständigen Belastung mit Steuern und Abgaben jedoch, die unabhängig vom Unternehmensgewinn erfolgt, unterliegt ausschließlich die menschliche Arbeit, nicht aber die maschinelle.Und sobald eine Maschine erst einmal abgeschrieben ist, erwirtschaftet sie Renditen, die mit menschlicher Arbeit niemals zu erreichen wären.

Wir können an dieser Stelle auch den Begriff Verteilung ins Spiel bringen und sagen, dass eine identische Wertschöpfung vollkommen anders verteilt wird, wenn sie statt von einem Menschen von Maschinen erschaffen wird. Während die von Menschen erschaffenen Werte durch Zahlung von Löhnen, Lohnsteuern und Sozialabgaben zu einem gewissen Anteil an die Mitarbeiter sowie an öffentliche Kassen verteilt werden, verbleibt der Profit nahezu vollständig im Unternehmen, sobald er durch Maschinen erwirtschaftet wird. Der Anreiz, Menschen durch Maschinen zu ersetzen, war und ist damit immens und entsprechend häufig ist es auch geschehen. Das Ergebnis dieses Prozesses ist die heutige festgefahrene Situation unserer Gesellschaft, in der zwar ein immer größeres Bruttoinlandsprodukt erzeugt wird, auf der anderen Seite jedoch der Staat in gigantischem Maße verschuldet ist. Ebenfalls auf der Verliererseite stehen diejenigen Menschen, deren Arbeit heute von Maschinen erledigt wird und die deswegen schlicht nicht mehr gebraucht werden. Sie stehen komplett außerhalb des Wirtschaftskreislaufs und müssen vom Staat versorgt werden, was im Gegenzug dessen Finanzen noch mehr belastet. Denn dadurch, dass die Unternehmen sich der Arbeitskraft dieser Menschen entledigt haben, verspüren sie auch keinerlei Verantwortung mehr für deren Wohlergehen, was anders wäre, wenn sie noch bei ihnen in Lohn und Brot stünden.

Stattdessen wird durch den Staat jedoch immer mehr Druck auf diese Menschen ausgeübt, sich die Jobs zu suchen, die es einfach nicht mehr gibt. Wer in den sechziger Jahren arbeiten wollte, ging zum Beispiel in die großen Häfen in Bremen und Hamburg und konnte schon am nächsten Morgen mit einer Sackkarre und hunderten von Kollegen die großen Schiffe entladen. Heute erledigt dieselbe Arbeit ein einziger Kranführer, der die Container aus den Schiffen hievt. Die technologische Entwicklung, die hinter dieser Veränderung steht, ist uneingeschränkt zu begrüßen, da sie unser aller Leben erheblich vereinfacht und tausende von Konsumgütern verbilligt hat. Wenn jedoch die Finanzierung unseres Staates unverändert darauf beruht, dass statt dem einen Kranführer viele hundert Männer mit Sackkarren die Schiffe entladen, dann haben wir ein Problem.

Und so beruht der eigentlich Reiz des BGE für mich dann auch darin, dass es endlich einmal ein Sozialstaatskonzept darstellt, welches die Tatsache anerkennt, dass es angesichts des erreichten Grades der Automatisierung keine Vollbeschäftigung mehr geben wird. Nun ist es relativ leicht, diesen Fakt anzuerkennen, aber ungleich schwieriger, nach dessen Anerkennung auch das notwendige Geld einzusammeln, mit dem das BGE dann finanziert wird. Und bei der Finanzierung des BGE denke ich nicht an eine weiterhin bedenkenlose angeschwollene Staatsverschuldung, sondern an ein nachhaltiges Finanzierungskonzept, bei dem ein Teil des vorhandenen Bruttoinlandsprodukts über das BGE umverteilt wird.

Stattdessen kommen wir an dieser Stelle zu dem Teil des Konzepts, der Widerstände hervorrufen wird, weil jemandem etwas weggenommen werden müsste. Es muss nämlich maschinell verrichtete Arbeit ähnlich mit Abgaben belegt werden, wie es schon immer bei menschlicher Arbeit der Fall war. Dies muss gar nicht einmal bedeuten, dass der Staat unterm Strich prozentual immer mehr Abgaben erhebt, denn im Gegenzug könnte die grotesk hohe Abgabenquote auf menschliche Arbeit von inzwischen über 40 Prozent erheblich gesenkt werden. Ganz nebenbei wäre dies auch genau jene Senkung der Lohnnebenkosten, die diverse Bundesregierungen schon immer versprochen und doch nie erreicht haben.

Die Welt würde nicht untergehen, wenn Maschinenarbeit besteuert würde, denn die produzierenden Unternehmen kamen auch vor fünfzig Jahren ganz gut über die Runden, als ihre erzeugte Wertschöpfung schon einmal zu einem größeren Teil als heute mit Abgaben belegt war, weil sie damals noch überwiegend von Menschen erarbeitet wurde.Seitdem wurden die Menschen herausgedrängt, doch laut Grundgesetz verpflichtet Eigentum bekanntlich. Hier ist es das Eigentum an den Produktionsmitteln, dass dazu verpflichtet, sich auch um die Menschen zu kümmern, die nicht mehr für die Produktion benötigt werden. Wir leben alle in einer einzigen Gesellschaft und sollten damit verpflichtet sein, uns auch um die Mitglieder zu kümmern, die wirtschaftlich überflüssig geworden sind.

Und ein BGE muss ja nicht bedeuten, dass diejenigen, die ausschließlich von diesem Einkommen leben, den ganzen Tag lethargisch auf dem Sofa verbringen und sich vom Vor- und Nachmittagsprogramm der Privatsender verblöden lassen. Mit Hartz IV und seinen rigiden Zuverdienstgrenzen, die außer dem Freibetrag von 100 Euro von jedem weiteren selbstverdienten Euro lediglich 20 Cent übriglassen, mögen die Anreize für ein solches Leben zwar durchaus vorhanden sein. Mit Einführung eines BGE jedoch sollte hier erheblich mehr Flexibilität möglich werden, denn das BGE stellt ja nur den Sockelbetrag dar, den jeder Bürger erhält und auf dem er weiteres Einkommen aufbauen kann. Es gibt soviel Arbeit, die heute nicht getan wird, weil sie nicht finanzierbar ist. Wir leben in einer alternden Gesellschaft, in der viele Senioren einen Bedarf an Hilfe im Alltag haben. Wer vor allem vom BGE lebt, könnte sich mit solchen kleinen Nachbarschaftshilfen jederzeit ein Zusatzeinkommen hinzuverdienen.

Unterm Strich muss natürlich gesagt werden, dass die Details eines BGE noch zu klären sind und niemand ein fertiges Konzept in der Schublade hat. Aber allein der Grundgedanke erscheint mit der richtige Ansatz zu sein, um menschenwürdiges und solidarisches Zusammenleben in der hochgradig automatisierten westlichen postindustriellen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts herzustellen. In diesem Land wird jedes Jahr dermaßen viel erwirtschaftet, dass niemand in Existenzangst leben müsste. Also befreien wir alle Menschen von der blanken Existenzangst, die es angesichts unseres Wohlstands nicht mehr zu geben braucht. Wahrscheinlich werden wir davon überrascht sein, was Menschen leisten können, wenn sie ohne Existenzangst leben können. Außerdem machen wir Schluss damit, denjenigen Menschen ein Problem zuzuschieben, deren Arbeitskraft nicht mehr gebraucht wird. Stattdessen lautet die neue Botschaft: Freu dich, deine Arbeit macht jetzt eine Maschine. Was bisher den Rausschmiss bedeutete, kann sehr wohl zu einer positiven Botschaft umgewandelt werden.

Aber natürlich werden Widerstände zu überwinden sein, die von überaus einflussreichen und finanzkräftigen Gruppen ausgehen. Was den Menschen und dem Staat gegeben wird, muss zuvor den Unternehmen genommen werden. Dies ist die Hürde, die im Weg steht. Ein besseres Leben für die Menschen bedeutet weniger Profit für die großen Konzerne, die sich dieser Menschen in der vergangenen Jahrzehnten entledigt haben und nicht gewillt sind, ihren Reichtum mit ihnen zu teilen. Die Frohe Botschaft einer besseren Welt durch das BGE bedeutet für sie, dass sie diese bessere Welt finanzieren müssten.

Das BGE mag absurd anmuten, erscheint mir aber sehr viel weniger weniger utopisch als die Vorstellung, eine Finanzierung des Staats und der Sozialsystem andauernd notdürftig zu reparieren, die letztlich seit über vierzig Jahren nicht mehr funktioniert, weil sie auf einem Maß an menschlicher Arbeit beruht, das es nie wieder geben wird. Und so produziert das derzeitige System vor allem unermessliche Schulden und frustrierte Menschen, die sich als überflüssig empfinden.

Filed under Allgemeines
Feb 5, 2012

iOS 5: Das Große Aussperren geht (nicht) weiter und Apple ist doch nicht so rabiat

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Update

Ich lasse im Sinne eines transparenten Vorgehens meinen ursprünglichen Blogpost stehen und ergänze ihn an dieser Stelle um den seitdem gewonnenen Wissenszuwachs.

Es ist offenkundig längst nicht so simpel wie unten dargestellt. Durch eine Vielzahl von Rückmeldungen über Twitter und Google+ wissen wir nun, dass einige Leute ihr iPhone mit iOS 5.01 sehr wohl mit Billigkabeln laden können. Außerdem meldete sich der erwähnte Mitarbeiter, der zuhause mit einem unserer Billigkabel sein iPhone 3Gs sowohl am Original-Ladeadapter als auch an seinem Laptop laden konnte.

Es bleiben die Ursachen meines Verdachts auf die Sperre: Die plötzliche Flut von Kundenreklamationen sowie die Kabel aus drei unterschiedlichen Chargen, die das Mitarbeiter-iPhone nicht an meinem Büro-PC aufladen konnten. Außerdem stieß heute morgen ein Stammkunde dazu, der sein iPhone 4 mit einem unserer Kabel nicht an seinem ansonsten problemlos funktionierenden Kfz-Ladegerät aufladen konnte.

Da das Problem drei ganz unterschiedliche Kabel betrifft, besteht die Lösung auch nicht darin, dass wir im Moment einfach nur eine Charge am Lager hätten, die ein Griff ins Klo gewesen sei. Das Kabel, mit dem Mitarbeiter zuhause laden kann, stammt auch aus der momentan verkauften Charge.

Stand der Dinge im Moment: Apple ist doch nicht so böse wie gedacht, aber die schon immer äußerst komplizierte Geschichte über das Aufladen der iPhones will einfach nicht unkomplizierter werden.

Original-Post

Ausgesperrt: USB-Kabel

Ausgesperrt: USB-Kabel

 

Wir hatten ja neulich darüber berichtet, dass mit iOS 5 unser Component-AV-Kabel nicht mehr vom iPad und iPhone angenommen wird. Nun gut, kann man da sagen, das ist zwar bedauerlich, aber andererseits benutzen ja auch nicht so viele Leute ein solches Kabel.

Auf der anderen Seite wäre es natürlich schon ziemlich übel, wenn Apple mit einem stinknormalen USB-Kabel, das jeder Benutzer tagtäglich verwenden muss, genauso verfahren würde. Aber Apple wird doch wohl nicht, Apple hat doch wohl nicht? Aber ja doch, Apple hat, und zwar gründlich.

Es scheint erstaunlicherweise noch nicht mit iOS 5 geschehen zu sein, denn direkt nach Ausrollung dieses Major Release erreichten uns noch keine Rückmeldungen über ausgesperrte USB-Kabel. Dies geschah dann jedoch am vergangenen Wochenende in großer Zahl und heute morgen habe ich mir dann gleich das iPhone 3Gs eines Mitarbeiters geschnappt, auf dem iOS 5.01 installiert ist.

Und tatsächlich: Egal, ob man das USB-Kabel an einen Computer oder an ein iPhone-geeignetes USB-Ladegerät anschließt, es erscheint jedes Mal nach wenigen Sekunden die Meldung: Das Aufladen wird mit diesem Zubehör nicht unterstützt. Apple hat offenkundig mit iOS 5.01 sämtliche USB-Kabel ausgesperrt, die nicht von ihnen selbst oder einem der großen lizensierten Zubehörhersteller produziert worden sind.

Auch wenn wir noch einige dieser Kabel am Lager haben, ist das für uns dennoch keine große Katastrophe. Ein schlichtes USB-/Dock-Connector-Kabel muss ein gut sortiertes Kabelgeschäft natürlich führen, aber der Preiskampf für diese Art von Kabel ist dermaßen ruinös, dass ein Händler schon froh über jedes verkaufte Kabel sein muss, bei dem er ein paar Cent Gewinn anstelle von Verlust einfährt. Bei ebay und amazon werden diese Kabel für 1€ verramscht. Brutto, wohlgemerkt, wobei der Versand als Warensendung schon 70 ct netto kostet. Mit solchen Preisen schießt man Geld dazu, was nicht der Sinn des Handelns sein kann.

Von daher weinen wir diesem Kabel nicht besonders hinterher. Alle Angebote werden halt neu eingestellt mit dem klaren Hinweis, dass dieses Kabel ab iOS 5 nicht mehr unterstützt wird. Ich denke mal, dass es noch genügend iPod classic, nano und video gibt, mit denen sich das Kabel perfekt benutzen lässt. Der Gerätebestand dürfte ausreichen, damit wir unsere Restbestände abstoßen können.

Soweit zur Händlerperspektive, doch wie sieht es aus Sicht des Benutzers aus? Ich habe weder ein iPhone, noch ein iPad, sondern nur einen neuen iPod Shuffle und kann die Benutzerperspektive von daher nur von außen betrachtet nachempfinden. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt haben sich in den letzten Jahren mit billigen USB-Kabeln eingedeckt, wenn das mitgelieferte Kabel verlorenging oder kaputt war. Warum hätten sie auch das teure Kabel im Apple Store kaufen sollen? Die Übertragung von Daten und Strom funktioniert mit dem billigen Nachbau genauso gut, sofern er nicht defekt ist.

Nun aber kommt Apple und beschließt, dass Schluss sein müsse mit den billigen Kabeln. Diesen Wunsch kann ich voll und ganz nachvollziehen, denn hätte ich im Hause Apple was zu sagen, würde ich es natürlich auch bevorzugen, wenn die Kunden das 19€-Kabel bei mir kaufen und nicht das 1,90€-Kabel bei adaptare (oder unseren geschätzten Mitbewerbern).

Aber schießt Apple mit dieser rigorosen Maßnahme nicht über das Ziel hinaus? Die Messlatte für diese Aktion muss doch sein, wieviele Kunden ein Unternehmen vorher hatte und nachher noch hat, abgesehen natürlich von anderen Faktoren wie dem Geldbetrag, den jeder einzelne Kunde im Jahr bei Apple lässt. Wie also werden sich die iPhone- und iPad-Benutzer verhalten, die bisher ein billiges Kabel benutzt haben? Werden sie ergeben der Anweisung Folge leisten und sich sagen: Cupertino locuto, causa finita, es soll dann so sein und wenn Cupertino beschließt, dass wir nicht mehr die billigen Kabel kaufen sollen, dann tun wir dies eben nicht mehr? Doch sogar in der Sowjetunion sagten sie sich irgendwann: Moskau ist weit und dieser Untertanengeist sollte eigentlich überwunden sein.

Sicherlich werden die meisten Apple-Kunden einfach auf das nächste Chinakabel warten, das dann auch von iOS 5.x akzeptiert wird, denn es ist nun einmal ein Hase- und Igel-Spiel. Vielleicht hilft ja auch ein Jailbreak weiter und die Kabelsperre ist entfernt worden, wer weiß? Aber unterm Strich könnte es durchaus ein paar Leute geben, die sich sagen: Wisst Ihr was, Apple, bevormunden lass ich mich noch lange nicht und das war es jetzt mit uns beiden. Und welche Wirkung und Ausstrahlung hat die Sperre der Billigkabel eigentlich auf Noch-nicht-Apple-Kunden?

Wenn das der Steve wüsste. Oder wusste er es? Wer weiß.

Filed under Apple
Jan 23, 2012

Das OTG-Problem mal von der anderen Seite: Eine negative Bewertung und ihr Hintergrund

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Es ist mal wieder an der Zeit, die Hintergrundgeschichte einer negativen ebay-Bewertung zu erzählen. Gerade diese Bewertung ist unter zwei Gesichtspunkten interessant, denn sie zeigt einen ganz neuen Aspekt der USB-OTG-Problematik, der uns in dieser Form so auch noch nicht über den Weg gelaufen war. Außerdem begegnen wir einem Kunden, der das Lebensmotto Bleib mir bloß mit der Realität und Fakten vom Leib, ich hab meine Meinung ganz besonders verinnerlicht hat.

Hier ist die negative Bewertung, die uns heute, am 16.01.2012, auf ebay verpasst wurde.

Schrott Ware nie mehr !!!-

Gekauft wurde ein USB-Doppelstecker und somit eigentlich ein Artikel, der nicht kaputtgehen kann.

USB-Doppelstecker

USB-Doppelstecker

Was also hatte der Kunde hiermit vor? Aus seiner ersten Mail erfahren wir es nicht.

Das was hab ich bekommen ist ein Schrott.Es ist nicht zu verwenden.Verbindung fehlgeschlagen (Kompiuter).Ich will, was funktioniert.

Eine Nachfrage ergab dann diese Antwort.

Ich will mein Telefon Nokia n8 verbund mit Compiuter.Da zu brauche ich Stecker A/A.

Warum dann dieser Adapter? Wir haben ihm dann den Kauf eines gewöhnliches Micro-USB-Kabels vorgeschlagen, doch er meinte dazu

Ich habe schon orginal kabel i brauche nur adapter A/A .Orginal kabel von Nokia N8 hat eine seite (mini) andre seite (B) Ich brauche adapter A/A .

Dann endlich fiel bei uns der Groschen. Nokia liefert mit dem N8 ein OTG-Kabel aus, mit dem sich USB-Geräte an das Handy anschließen lassen. Die Idee des Kunden war es nun, in die USB-Kupplung den Doppelstecker einzusetzen, um das Handy auf diesem Weg an den PC anzuschließen. Doch diese Idee führt leider in die Irre.

Normalerweise haben wir die OTG-Problematik genau andersherum, denn manche Kunden kaufen nicht-OTG-beschaltete USB-Adapter, um damit Mäuse, Tastaturen oder Speichersticks an ihre Tablets oder Smartphones anzuschließen. Diese Geräte bleiben dann aber mangels OTG im Peripheriemodus und werden eben gerade nicht in die Host-Funktion versetzt, die erforderlich ist, damit sie andere Geräte aufnehmen können.

Hier nun bestand das Problem aber darin, dass das N8 durch die OTG-Beschaltung des Nokia-Kabels sehr wohl in den Host-Modus versetzt wird. Wenn man nun aber einen Doppelstecker nimmt und die Verbindung zum PC herstellt, dann verweigert das auf Host eingestellte Nokia-Handy die Anmeldung als Peripheriegerät am Bus des Computers. Es muss nun einmal immer ein USB-Host mit einem USB-Peripheriegerät zusammenkommen, ansonsten scheitert die Verbindung. Wenn, wie in diesem Fall, zwei Hosts aufeinanderstoßen, passiert leider gar nichts.

Dies haben wir dem Kunden dann auch erklärt. Er hat die Erklärung mit der oben zitierten Bewertung quittiert.

Jan 16, 2012

Getestet und läuft: Der 3,5-mm-TRRS Pinout Changer für Headsets

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Als wir seinerzeit unseren Headset-Adapter 14022 entworfen haben, mussten wir uns entscheiden, ob der vierpolige 3,5-mm-Klinkenstecker die traditionelle Pinbelegung bekommen soll oder das neuere, von Apple eingeführte Design. Da praktisch jeder Hersteller von Smartphones, Tablets und Notebooks inzwischen Apple gefolgt ist, haben natürlich auch wir das getan.

Der Hintergrund ist der, dass, so lange wie es schon Klinkenstecker gibt, immer der Massekontakt ganz oben am Schaft lag. Ein Monostecker (TS = Tip/Sleeve) ist belegt mit Signal,GND. Ein Stereostecker hat immer die Belegung L,R,GND, betrachtet von der Spitze zum Schaft in der Reihenfolge TRS (Tip/Ring/Sleeve). Und als die ersten Mobiltelefone mit vierpoligem TRRS-Headsetanschluss erschienen, lautete deren Belegung L,R,MIC,GND.

Doch Steve Jobs wäre nicht der große Visionär, wenn er nicht irgendwann verkündet hätte: Stay hungry, stay foolish und tauscht doch einfach mal die Kontakte 3 und 4. Gut, wir wissen nicht, wer im Hause Apple auf diese grandiose Idee gekommen war, aber Fakt ist, dass das iPhone das erste Gerät mit der Belegung L,R,GND,MIC war. Apple hat also die Masse auf den zweiten Ring verschoben und das Mikrofonsignal entsprechend auf den Schaft verpflanzt. Wenn es hierdurch einen technischenVorteil gibt, so hat er sich mir noch nicht erschlossen. Wahr ist jedoch, dass Apple mit dem L,R,GND,MIC-Pinout einen neuen Standard gesetzt hat, dem auch wir gefolgt sind.

In letzter Zeit kamen dann jedoch immer mehr Anfragen von Kunden herein, die gerne unsere 14022 nutzen möchten, aber ein älteres Nokia- oder HTC-Gerät mit der traditionellen L,R,MIC,GND-Belegung haben. Sollten wir nun für diese Kunden eine Variante des Adapters mit der anderen Belegung herstellen? Dies wäre die eine Möglichkeit, aber sehr viel besser wäre doch ein Adapter, der ganz einfach die Kontakte 3 und 4 miteinander vertauscht. Und hier ist er, oder vielmehr, das erste Musterexemplar:

TRRS-Adapter 14024

TRRS-Adapter 14024

Es ist ein ganz simples Kabel mit jeweils vierpoligem 3,5-mm-Stecker und -Kupplung, bei dem die Kontakte 1 und 2 1:1 verbunden sind, die Kontakt 3 und 4 jedoch gekreuzt.

Ich habe dann auch gleich mal zu meinem alten Nokia 5800 gegriffen, denn es verwendet die traditionelle Pinbelegung. Ein iPhone-kompatibles Headset wird deswegen auch nur als Kopfhörer erkannt, nicht als Headset. Schließt man das Headset dann aber mit unserem neuen Kabel an, erkennt das Nokia-Handy ein vollwertiges und kompatibles Headset inklusive Mikrofon. Und das Telefonieren klappt natürlich auch einwandfrei.

Das Kabel kann damit weit mehr, als wenn wir nur eine Variante unseres 14022 gefertigt hätten. Es lässt sich damit natürlich unser 14022 an älteren Geräten mit L,R,MIC,GND-Belegung nutzen, aber darüber hinaus passt es auch ältere Headsets an neuere Telefone an und umgekehrt.

Das neue Kabel hat den Test also bestanden und geht jetzt in die Massenproduktion. Es wird die Artikelnummer 14024 bekommen und, soweit uns kein besserer Name einfällt, als TRRS Pinout Changer vermarktet. Der Name ist in Analogie zum Gender Changer entstanden und auf Deutsch fehlt irgendwie das sprachliche Pendant. Wandler impliziert für mich aufwendige Elektronik, die ja nicht vorhanden ist.

Aber ein Name wird sich schon noch herauskristallisieren. Das Adapterkabel wird auf jeden Fall gleich zu Beginn des neues Jahres bestellbar sein.

Filed under Apple, Audio
Dez 22, 2011

Alles wie gehabt: Mit iOS 5 sperrt Apple mal wieder AV-Kabel aus.

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Ich verspüre gerade ein echtes Déjavu, denn es war im Sommer 2009, mit dem Erscheinen von iOS 3, dass Apple ein Composite-AV-Kabel ausgesperrt hat, das wir bis dahin recht erfolgreich verkauft hatten. Was hier noch ein böser Verdacht  war,  konnten wir kurz darauf mit einem iPod Touch reproduzierbar nachstellen. Als der iPod mit iOS 2.2. ausgeliefert wurde, lief unser Kabel tadellos. Nachdem wir den frischgelieferten iPod jedoch auf iOS 3 aktualisierten, erschien nur noch eine frustrierende Meldung, laut der dieses Zubehör nun nicht mehr unterstützt würde.

Component-AV-Kabel

Component-AV-Kabel

Seit damals war Apple jedoch relativ liberal im Umgang mit Fremdzubehör, wie wir zugestehen müssen. Vor einigen Monaten haben wir dann ein sehr edles Comoponent-AV-Kabel in unser Programm aufgenommen, dass auch vollständig von sämtlichen iOS-4er-Versionen angemommen wurde. Nun gab es jedoch einige Retouren dieses Kabels, von denen wir nur indirekt etwas mitbekamen, weil wir die meisten Einheiten dieses Artikels über Versand durch amazon versenden lassen. Gab es bis zum Erscheinen von iOS 5 praktisch nie eine Rückgabe dieses Kabels, häuften sie sich nun plötzlich und es kam schon eine böser Verdacht auf. Wir haben aktuell aber kein iOS-Gerät zur Verfügung und konnten die Situation dadurch nicht nachstellen.

Nun aber wurde dieser Verdacht leider durch eine direkte Rückmeldung eines Kunden bestätigt. Schließt man dieses Kabel an ein Gerät mit iOS 5 an, erscheint die altbekannte Meldung mit dem nicht unterstützten Zubehör. Oops, they did it again.

Wenn ich ein iPhone 4 oder iPad 2 im Einsatz hätte und würde dieses Kabel bereits seit Monaten nutzen, um Videos auf den Fernseher zu schicken, wäre ich jetzt vermutlich schon ein wenig wütend. Immerhin entscheidet Apple, dass ich ab sofort dieses Kabel nicht mehr wverwenden darf. Warum eigentlich?

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Dez 18, 2011

Headsetadapter: Ein iPhone-Aufsteckmikrophon kann gar nicht funktionieren

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Headset-Adapter 14022

Headset-Adapter 14022

Ich lese gerade eine schlechte amazon-Produktrezension für unseren Headset-Adapter 14022, die mich jetzt, wo ich darüber nachgedacht habe, schon ein wenig ärgert.

Der Kopfhöreranschluss geht, aber mein teures iPhone zertifiziertes MicW i456 funktioniert damit nicht.
Es is weiterhin das iPhone Mikro aktiv, wenn der Splitter benutzt wird mit Kopfhörer und Mikro.
Direkt ins iPhone geht das MicW i456 natürlich; mit dem Splitter aber eben leider nicht.

Das ist auch alles korrekt so, dass das nicht funktioniert. Denn was stellt unser Adapter für das Mikrophon bereit? Eine klassische dreipolige Klinkenkupplung, die mit einem separaten Mikrophonstecker funktioniert, wie wir ihn an den guten alten PC-Headsets mit zwei Klinkensteckern vorfinden. Die klassische Stereo-Klinke halt mit der Belegung L,R,GND.

Das i456 hingegen ist dafür konzipiert, direkt an die vierpolige Klinkenkupplung des iPhone angesteckt zu werden. Das offenbart ein flüchtiger Blick au den Stecker: Er ist vierpolig und dürfe die iPhone-Belegung L,R,GND,MIC haben.

Dann kann und soll nicht an unserem Adapter funktionieren, denn der Stecker dieses Mikrophons ist identisch mit dem Stecker unseres Adapters. Steckt man das Mikro aber in unseren Adapter, trifft ein vierpoliger L,R,GND,MIC-Stecker auf eine dreipolige L,R,GND-Kupplung. Zudem erwartet unser Adapter die Signale auf den vorderen zwei Kontakten, während das Mikrophon sein Signal auf dem vierten Pol liefert. Auch wenn das i456 iPhone-zertifiziert ist, so ist es deswegen noch lange nicht kompatibel mit unserem Adapter.

Sollte der Rezensent das hier zufällig lesen: Wir würden es außerordentlich begrüßen, wenn die Rezension wieder gelöscht würde. Unser Adapter war intakt und ist sehr wohl mit dem iPhone 4S kompatibel. Aber er braucht nun einmal ein Stereo-Mikrophon mit dreipoligem Stecker, was sich der Beschreibung ja auch entnehmen lässt.

 

 

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Nov 22, 2011

Warum wir auf Ebay keine Nachnahme mehr anbieten können

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Eigentlich dachte ich ja, dass der momentane Zustand, der seit der Einführung der neuen Ebay-Kaufabwicklung zum 01. Juli anhält, irgendwann einmal abgestellt wird. Dem war leider nicht so und deshalb wird es nach über vier Monaten jetzt Zeit, ihn zu erklären.

Bis zum 30. Juni gab es ja eine simple Arbeitsteilung zwischen Afterbuy und Ebay. Nachdem der Kunde gekauft hatte, wurde er in jedem Fall von Ebay auf die Seiten von Afterbuy geführt, um dort dann die Rechnungs- und Lieferanschrift anzugeben sowie die Zahlungs- und Lieferart auszuwählen. Dieses Verfahren war erprobt und funktionierte reibungslos.

Seit dem 01. Juli aber fordert Ebay, dass die gesamte Kaufabwicklung innerhalb von Ebay stattzufinden hat. Afterbuys Rolle beschränkt sich jetzt darauf, Ebay auf eine Abfrage hin mitzuteilen, welche Zahlungs- und Liefermethoden für den jeweiligen Kauf angeboten werden. Dieses Verfahren funktioniert auch nach über vier Monaten nur sehr leidlich.

Ein vollkommen ungelöstet Problem ist dabei die Zahlung per Nachnahme. Wer bei uns im eigenen Shop kauft, bekommt nach wie vor die Zahlung per Nachnahme angeboten. Der Aufpreis hierfür beläuft sich auf 5€, was ziemlich genau unseren tatsächlichen Mehrkosten entspricht. Diese 5€ – und das ist der entscheidende Punkt – sind in Afterbuy keine Versandkosten, sondern ein Zahlartenaufschlag.

Und genau hier liegt auch schon das ungelöste Problem, denn Ebay kennt keinen Zahlartenaufschlag. Würden wir weiterhin für Ebay-Käufe die Nachnahmezahlung anbieten, wären wir rein technisch nicht mehr in der Lage, den Kunden während der Kaufabwicklung den Aufpreis zu präsentieren. Da wir nicht vorhaben, die 5€ sozusagen als kleine Überraschung erst an der Haustür verlangen zu lassen, verzichten wir bei Ebay-Käufen lieber ganz auf diese Zahlart.

Ob dieses Problem irgendwann einmal behoben wird? Wir hätten nicht erwartet, dass es nach über vier Monaten immer noch existiert.

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Nov 13, 2011

OTG-Kabel, das zweite: Jetzt für Mini-USB

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Unser OTG-Kabel für Geräte mit Micro-USB-Anschluss ist richtig gut angenommen worden und auch die Produktrezensionen bei amazon können sich sehen lassen. Grund genug für uns also, unser Angebot in Sachen USB-OTG zu vergrößern.

Aus einer Vielzahl von Kundenanfragen wissen wir, dass es einen gewissen Bedarf an OTG-Kabeln für Geräte mit Mini-USB- anstelle von Micro-USB-Anschluss gibt. Wir werden zwar unseren Teil dazu beitragen, die entsprechenden Kabel zu liefern, jedoch wird es nicht an jedem denkbaren Gerät funktionieren. Warum das so sein wird, möchte ich an dieser Stelle einmal erläutern.

Was bedeutet noch gleich USB-On-The-Go (USB-OTG)? Das wichtigste Merkmal von OTG ist die Umkehr der Rollenverteilung einer USB-Verbindung. USB ist nämlich keine Peer-to-Peer-Verbindung, also keine Koppelung von zwei gleichberechtigten Geräten. Stattdessen gibt es immer einen Host-Computer, an dessen Bus sich das Peripheriegerät anmeldet. Einfach ausgedrückt: Man schließt den Drucker an den Computer an und nicht den Computer an den Drucker.

Da es diese Rollenverteilung gibt,  ist auch jede USB-Buchse an eine solche Funktion gebunden. Dies erklärt, warum wir den Steckertyp A für den Host-Computer benutzen und den Typ B für das Peripheriegerät. Genauso sind die B-Typen der kleinen Steckergrößen Mini- und Micro-USB für Peripheriegeräte vorgesehen. Eine Micro-USB-Buchse an einem Android-Smartphone oder -Tablet ist also dafür da, das Gerät an einem PC anzumelden, um zum Beispiel von diesem aus auf die Speicherkarte zuzugreifen oder Apps zu installieren.

Ein modernes Android-Gerät wie das Samsung Galaxy S2 ist jedoch nicht auf die alleinige Rolle als Peripheriegerät beschränkt, sondern kann auch der Host sein, an dem eine Tastatur oder ein USB-Stick angeschlossen wird. Von den Steckertypen her könnte der Hersteller jetzt irgendwo am Rand des Smartphones eine konventionelle große USB-Kupplung des Typs A verbauen, aber wie würde das denn aussehen? Also wählt man einen anderen Weg und ermöglicht es dem einen vorhandenen Micro-USB-Anschluss, unter bestimmten Umständen vom Peripherie-Modus in den Host-Betrieb zu wechseln. Diese Umstände sind, genauer gesagt, ein Host-Mode-Kabel wie unser oben genanntes Modell. Ein solches Kabel muss eine bestimmte Beschaltung des Micro-USB-Steckers haben, die dem Gerät signalisiert: Achtung, du bist jetzt im Host-Modus! Mach dich bereit dazu, ein Peripheriegerät aufzunehmen.

Wir brauchen also für erfolgreiches USB-OTG zwei Bestandteile: Ein Host-Mode-Kabel, wie wir es jetzt auch für Mini-USB vorstellen sowie ganz grundsätzlich ein Gerät mit einer Software, in der USB-OTG auch vorgesehen ist und unterstützt wird. Diese Software jedoch ist der Punkt, von dem ich annehme, dass er nicht in jedem Fall gegeben sein wird.

Mini-USB-OTG-Kabel

Mini-USB-OTG-Kabel

Denn was sind denn eigentlich die Geräte, die potenziell für ein OTG-Kabel mit Mini-USB-Stecker geeignet wären? Es gibt zunächst eine ganze Reihe von No-Name-China-Tablets mit Android 2.1 oder 2.2, die eine Mini-USB-Buchse haben sowie ein Android-ROM mit OTG-Unterstützung. Letzteres ist keineswegs selbstverständlich, denn viele Froyo-Geräte wie das Motorola Milestone beherrschen kein OTG und werden es auch nicht mehr bekommen.

Doch aus Rückmeldungen unserer Kunde wissen wir, dass der OTG-Bedarf vor allem für ganz andere Geräte herrscht: Es sind nämlich Sat-Receiver. Im Moment vergeht kaum eine Woche, in der sich nicht ein Supportkontakt abspielt, der damit beginnt, dass ein Kunde unseren ganz banalen Adapter mit Mini-USB-Stecker und USB-Kupplung kauft. Kurz darauf erreicht uns die Reklamation, dass der gekaufte Adapter defekt sei. Da ein dermaßen simples Stück Technik äußerst selten defekt ist, fragen wir nach, was der Kunde damit machen wollte. Die typische Antwort lautet dann, dass ein USB-Stick oder eine USB-Festplatte mit Videos an den Receiver angeschlossen werden sollte.

Was so einfach aussehen mag und von der rein mechanischen Seite her auch so einfach herzustellen ist, stellt natürlich in Wahrheit einen ziemlich komplexen technischen Prozess dar. Das Laufwerk muss erkannt und am Bus des Receivers angemeldet werden, aber zuvor muss der Sat-Receiver sich hierfür in den USB-Host-Modus versetzen. Denn der Mini-USB-Anschluss ist eigentlich dazu da, den Receiver als Peripheriegerät an einen PC anzuschließen, um die Firmware zu aktualisieren, vom PC aus auf die Festplatte zuzugreifen oder den Receiver als TV-Tuner zu verwenden. Für eine Host-Funktion hingegen müssen die beiden bereits erwähnten Voraussetzungen gegeben sein: Ein OTG-Adapter sowie die OTG-Unterstützung durch die Receiver-Firmware.

Bislang mangelte es schon am OTG-Adapter, doch diesen Mangel stellen wir jetzt ab. Worauf wir jedoch naturgemäß keinen Einfluss haben, ist die OTG-Unterstützung der jeweiligen Sat-Receiver-Firmware. Wir tun, was wir können und lassen ein Mini-USB-Kabel mit OTG-Beschaltung fertigen, doch die Softwareunterstützung können wir leider nicht liefern. Wenn OTG nicht vorgesehen ist und es für den Receiver auch keine OTG-fähige Custom-ROM gibt, die aufgespielt werden kann, denn wird es mit manchen Modellen leider nicht möglich sein, externe USB-Laufwerke zu verwenden.

 

 

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Okt 21, 2011

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