Wer ist TINA? Es handelt sich bei TINA nicht um eine adaptare-Mitarbeiterin, sondern um ein Akronym, das in voller Länge There is no alternative heißt (Es gibt keine Alternative). TINA wurde als apodiktische Begründung oft und gerne von Mrs Thatcher für ihren neoliberalen Umbau der britischen Gesellschaft verwendet und erlebte in Deutschland zuletzt unter Kanzler Schröder ihre Blütezeit, wenn es darum ging, die Agenda 2010 zu begründen.
Die Überschrift soll also zum Ausdruck bringen, dass es keine Alternative zum Versand unserer Kleinpreisartikel als Warensendung gibt. Auch jetzt im Sommer erreichen über 80 Prozent der von uns verschickten Warensendung ihren Empfänger innerhalb von zwei Werktagen, aber die 2-3 Prozent Problemfälle bleiben erhalten, in denen die Post sich eine Woche und länger genehmigt. Fast immer sind dann Kunden darunter, die aus allen Wolken fallen, wenn wir ihnen mitteilen müssen, dass ihre Bestellung in Höhe von €1,89 inklusive Versand überhaupt keine Nummer zur Sendungsverfolgung hat. Durch die Kundenvorwürfe, warum wir so einen miesen Versandservice ausgewählt haben, entsteht mit der Zeit ein gewisser Rechtfertigungsdruck, dem wir unter anderem mit diesem Beitrag begegnen.
Die Wahl unseres Versandservices fällt ganz einfach auf denjenigen, dessen Kosten unsere Kunden zu zahlen bereit sind. Sofern wir diese über die Umsätze decken können, verschicken wir auch gerne einen Centartikel als versichertes Paket. Wenn eine Antennen-Doppelkupplung dadurch verfolgbar wird und nach einem Tag beim Kunden eintrifft, kriegt sie den allerbesten Versand von uns – sofern der Kunde die Kosten hierfür zu zahlen bereit ist.
Da wir es schon einmal ausprobiert haben, brauchen wir auch nicht über die Bereitschaft hierfür zu spekulieren, sondern können auf unsere eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Als wir unser Geschäft begonnen haben, fand der meiste Umsatz auf ebay statt, was wohl bei den meisten Anfängern der Fall sein wird. Bis vor ungefähr drei Jahren hatten wir hierbei die Strategie verfolgt, nicht zu den billigsten Anbietern zu gehören, sondern besseren Service zu etwas höheren Preisen zu bieten. Der bessere Service bestand ganz konkret darin, dass wir sämtliche Kleinteile als Briefsendungen verschickt haben. Das Angebot an potenzielle Kunden lautete also: Bezahl bei adaptare ein paar Cent mehr, dafür lassen sie dich nicht lange auf eine Warensendung warten, denn du hast die Briefsendung am nächsten Tag in der Post. Dieses Alleinstellungsmerkmal hatten wir auch durchaus auffällig in unseren ebay-Angeboten beworben.
Der Erfolg blieb aus. Als wir dann irgendwann unsere ersten Versuche mit dem Versand als Warensendung zu einem kleineren Preis durchführten, spürten wir sofort ein deutliches Umsatzwachstum. Der Anstieg unserer Verkäufe war dermaßen groß, dass wir sehr schnell alle unsere Angebote auf die Kalkulation mit den niedrigeren Kosten der Warensendung umgestellt haben. Wir verkauften nun billiger, dafür aber mit dem Risiko einer längeren Lieferzeit, und wurden hierfür mit einem kräftigen Umsatzplus belohnt.
Es ist nur logisch, dass wir diese Strategie beibehalten haben. Hier schließt sich dann der Kreis und wir kehren zurück zu Mrs Thatcher, die ja auch immer predigte, dass der Markt stets Recht hat und prinzipiell die richtigen Entscheidungen trifft. Und der Markt hatte nun einmal seine Entscheidung zugunsten der Warensendung getroffen.
Dieser kleine Rückblick zeigt, dass wir nicht von Anfang an zu den Freunden der Warensendung gehörten. Was wir allerdings bis heute beibehalten haben, ist die Option, sich für €2,– Aufpreis von der Gefahr der langen Laufzeit bei einer Warensendung zu befreien.