Bei manchen Kundenanfragen muss man schmunzeln und sie sind es wert, an dieser Stelle wiedergegeben zu werden. Das ist überhaupt nicht böse gemeint und soll nicht höhnisch wirken: Anfragen von technisch nicht ganz so versierten Kunden sind ungemein wertvoll für uns, um unsere Produkte noch besser erklären zu können und wirken der Gefahr der Betriebsblindheit entgegen.
Konkret geht es um diesen Adapter, den wir seit einigen Wochen anbieten und den wir von unserem chinesischen Lieblingslieferanten gekauft hatten, ohne dass wir zunächst wussten, was genau man damit anfangen kann. Der Adapter hat einen RJ45-Ethernet-Stecker und eine USB-Buchse Typ A. Kann man sich damit aus einem USB-Kabel ein Netzwerkkabel basteln? Ja, das ginge theoretisch, aber wozu sollte man das tun? Ein USB-Kabel sowie zwei Adapter kosten mehr als ein Patchkabel der gleichen Länge und in welche Cat dieses Kabel einzuordnen wäre, vermag ich nicht zu sagen. Vermutlich ist es eine Cat, die es schon längst nicht mehr regulär zu kaufen gibt.
Nein, dieser Adapter dient dazu, ein DSL-Modem mit USB-Anschluss an eine Ethernet-Buchse anzuschließen. Das ist ja auch durchaus wünschenswert, denn wozu sollte das Modem einen der möglicherweise knappen USB-Ports des Computers blockieren, wenn gleichzeitig der Netzwerkanschluss ungenutzt bleibt. Sinnvoller ist es doch, stattdessen die Ethernetbuchse ihrer ureigensten Aufgabe nachgehen zu lassen und die USB-Anschlüsse für andere Geräte freizuhalten.
Rein technisch stellt die Umwandlung eines USB- in einen RJ45-Anschluss überhaupt kein Problem dar. USB verfügt lediglich über zwei Datenleitungen,während ein Patchkabel vier Adern beziehungsweise zwei Adernpaare besitzt. Der Adapter leitet also lediglich die zwei USB-Datenadern auf eines der beiden Ethernet-Adernpaare weiter. Das zweite Adernpaar nimmt dann die zwei USB-Stromadern auf und genau hier liegt dann der kleine Schönheitsfehler dieses Adapters: Natürlich liegt am Ethernetanschluss kein Strom an, der in das USB-Kabel eingespeist werden könnte. Das USB-Modem muss also mit einem externem Netzteil betrieben werden können. Wenn das Modem seinen Strom ausschließlich aus dem USB-Kabel bezieht, wird ihm mit diesem Adapter schlicht und einfach der Saft fehlen.
Um abschließend auf die eingangs erwähnte Kundenanfrage zurückzukommen: Der Kunde wollte den Adapter nutzen, um seinen Drucker an den Router anzuschließen und damit netzwerkfähig zu machen. Das wäre natürlich genial, wenn dieser kleine Adapter ohne jegliche eigene Elektronik der kleinste und biligste Printserver der Welt wäre. Doch leider führt um den Kauf eines echten Printservers weiterhin kein Weg vorbei, wenn man einen Drucker am Netz freigeben möchte, der keinen eigenen Netzwerkanschluss besitzt.
Wenn es so einfach wäre, wie der Kunde es sich gedacht hatte, würden wir Google bereits entpsrechend mit Anzeigen fluten.









