Kabel, Adapter und der Onlinehandel an und für sich
Es verändert sich gerade etwas an der Technik, mit der Headsets angeschlossen werden. Dies geschieht zwar unverändert über den altbekannten 3,5-mm-Klinkenstecker, aber es gibt dabei natürlich eine zusätzliche Herausforderung, denn wir müssen das Mikrofon einbinden. Im Unterschied zu simplen Kopfhörern oder Lautsprechern bewegen sich die Headset-Signale in beide Richtungen, wodurch neben den zwei Stereo-Kanälen eine zusätzliche Leitung benötigt wird, die in die entgegengesetzte Richtung geht.
Am Laptop oder der PC-Soundkarte wird dies meistens über zwei separate Klinkenanschlüsse gelöst. Kauft man sich ein PC-Headset, findet man zwei 3,5-mm-Stecker vor. Der für die Kopfhörer kommt in den Ausgang und der fürs Mikro kommt in den Eingang des PC. Kennt man alles, funktioniert.
Doch die Zeit der getrennten Stecker scheint sich dem Ende zu nähern, was nichts Besonderes ist und auch ein Vorbild hat. Wir kennen die zweiteiligen Kopfhöreranschlüsse aus dem Flugzeug, die inzwischen langsam aber sicher auch verschwinden. Während der Rest der Welt eine Stereo-Verbindung seit Jahrzehnten über einen dreipoligen Klinkenstecker herstellt, verbauten die Flugzeughersteller davon unbeirrt ihre Anschlüsse, die auf zwei Mono-Stecker setzten.
Genauso, wie ein dreipoliger Stecker die Funktion von zwei zweipoligen Steckern übernimmt, kann nun ein vierpoliger Stecker das leisten, was heute meistens noch zwei dreipolige Stecker erreichen. Den Anfang machten Handys, seit bei ihnen überwiegend 3,5-mm-Anschlüsse verwendet werden. Früher, als die meisten Handymodelle noch ihre proprietären Allzweckstecker verwendeten, kochte jeder Hersteller sein eigenes Süppchen. Für ein modernes Android-Gerät jedoch wäre es ein klarer Minuspunkt, wenn das Headset nicht über eine vierpolige Klinke angesprochen werden würde.
Handys sind hier also vorangegangen, denn zwei separate Anschlüsse hätten an ihnen ziemlich merkwürdig ausgesehen. Damit waren die zwei verschiedenen Standards in der Welt: Hier die Handys mit einem Stecker, dort die Computer mit zwei Steckern. Doch inzwischen hat zumindest Dell die Lager gewechselt und verbaut nun auch vierpolige Klinkenanschlüsse. Andere Hersteller werden vermutlich folgen. Denn an Tablets wird ebenfalls die vierpolige Klinke verwendet, was womöglich das Zünglein an der Waage hin zum einheitlichen Stecker sein könnte.
Dennoch sind Millionen von Computern mit separaten Anschlüssen verkauft worden und dazu Millionen von Headsets mit zwei Steckern. Es sind zwei Standards in die Welt gesetzt worden und folglich gibt es den Bedarf nach Adaptern zwischen diesen Standards. PC-Headsets sollen an Handys verwendet werden, während andersherum das iPhone-Headset zum Skypen mit dem Laptop genutzt werden möchte.
Für beide Bedarfe können wir inzwischen den passenden Adapter liefern. Vor einigen Wochen stellte ein bedeutender Großhändler den Adapter vor, der bei uns die Artikelnummer 14021 trägt. Mit ihm kann ein iPhone-Headset mit vierpoligem Klinkenstecker an einem PC oder Laptop mit zwei getrennten Anschlüssen verwendet werden.
Dem Großhändler fehlt aber noch das Gegenstück hierzu, mit dem umgekehrt ein PC-Headset an einem iPhone oder anderem Handy mit vierpoliger Klinke benutzt werden kann. Angesichts dieser Lücke haben wir uns mal wieder dazu durchgerungen, ein neues Produkt in Eigenregie zu entwickeln und fertigen zu lassen. In der vergangenen Woche bekamen wir es dann geliefert und haben ihm die Artikelnummer 14022 verliehen.
Wer sich schon einmal etwas eingehender mit der vierpoligen Klinke befasst hat, kennt vermutlich das leidige Thema der unterschiedlichen Pinbelegungen. Traditionell dient beim Klinkenstecker der oberste Kontakt als Massepol. Die Belegung eines dreipoligen Stereosteckers lautet deswegen fast ausnahmslos, von der Spitze aus bis zum Schaft abgezählt:
| Pol | Funktion |
| T | L |
| R | R |
| S | GND |
Die einzelnen Kontakte werden nach ihrer Position benannt: T steht für Tip (Spitze), R für Ring und S für Sleeve (Schaft).
Bei einem vierpoligen Klinkenstecker wird, ausgehend von der dreipoligen Variante, ein weiterer Ring für die Mikrofonleitung abgeteilt. Das neue Schema nennt sich nun TRRS, aber die Konstante in dieser Belegung ist weiterhin der Schaft, der die Masse bildet:
| Pol | Funktion |
| T | L |
| R | R |
| R | MIC |
| S | GND |
Wer ist die Firma, die so gerne und häufig Pinbelegungen verändert? Richtig, Apple natürlich. Schon beim ersten iPhone sollten keine anderen Headsets verwendet werden, wofür Apple sich zwei Maßnahmen ausgedacht hatte. Die ins Gehäuseinnere versenkte Klinkenbuchse wurde bekanntlich beim iPhone 3G wieder abgeschafft, aber die vertauschten Masse- und Mikrofon-Pole existieren unverändert fort und bescherten der Welt diese Pinbelegung:
| Pol | Funktion |
| T | L |
| R | R |
| R | GND |
| S | MIC |
Nun ist Apple nicht so ganz unbedeutend und wenn ein solches Schwergewicht eine kleine, aber wichtige Änderung vornimmt wie die am Belegungsschema der vierpoligen Klinke, können die Folgen sehr weitreichend sein. Andere Hersteller sind nachgezogen und es sieht im Moment danach aus, als wenn der Standard sich geändert hätte. Die Belegung mit vertauschten Kontakten ist inzwischen der übliche Standard geworden. Nachdem der Adapter 14021 das iPhone-Schema verwendet, wäre es unsinnig gewesen, wenn wir auf der alten Pinbelegung verharrt wären. Der Adapter 14022 verwendet deshalb ebenfalls den Standard des iPhone-Klinkensteckers mit dem Mikrofon auf dem Schaft.
Wenn es um ein iPhone oder um ein iPhone-Headset geht, sind unsere Adapter also kompatibel. Wie steht es aber um Motorola, Samsung, HTC und ihre jeweiligen Headsets? Welcher Hersteller verwendet ebenfalls die iPhone-Pinbelegung und wer hält am traditionellen Schema fest? Diese Daten werden wir ab sofort sammeln, damit wir schon bald verlässliche Aussgagen zur Kompatibilität geben können. Zu diesem Datenbestand gehören natürlich auch Notebooks und Tablets mit vierpoligem Klinkenanschluss, wo wir bereits eine Kundenrückmeldung erhalten haben, nach der ein iPhone-Headset mit einem Dell-Laptop verwendet werden kann. Auch Dell scheint also zur iPhone-Belegung übergegangen zu sein.
Wer uns also etwas zur Pinbelegung seines Handys, Tablets oder Notebooks mitteilen kann – immer her damit!
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