
PCIe-Mini-Adapter für ZIF-Festplatte
Mich hat endlich mal wieder das Bastelfieber gepackt und ich wollte meinem 2 Jahre alten eee PC 901 einerseits ein neues Betriebssytem in Form von ubuntu 10.10 Netbook Remix verpassen und andererseits auch mehr Speicherplatz. Die ständigen Meldungen von Windows XP, dass mal wieder kein freier Speicherplatz zur Verfügung stünde, haben irgendwann nur noch genervt.
Der 901 ist bekanntlich der eee PC, der zwei SSD mit 4 und 8 GB als PCIe-Mini-Card besitzt. Dies ist ein etwas exotischer Anschluss für Massenspeicher, aber wir haben dennoch hierfür gleich 4 Adapter im Angebot.
Ich habe micht dafür entschieden, dem 901 eine 1,8-Zoll-IDE-Festplatte einzupflanzen. Eine schnelle CompactFlash-Karte wäre auch eine Option gewesen, während SATA wiederum etwas Lötarbeit erfordert hätte, wovor ich dann doch zurückgeschreckt bin.
Bei ebay bekommt man für knapp über 30€ gebrauchte und getestete 60 GB-Platten bei gewerblichen Händlern und damit mit Gewährleistung und Widerrufsrecht. Ich vermute einfach mal, dass die große Menge gebrauchter 1,8-Zoll-Laufwerke aus ausgeschlachteten iPods stammt. Auf jeden Fall ist die Auswahl an günstigen Gebraucht-Laufwerken ziemlich groß.

ZIF-Festplatte an PCIe-Mini-Adapter
Meine Auswahl fiel auf ein 60-GB-Modell aus der Travelstar-Reihe von Hitachi. Auf dem Foto links ist es bereits mit unserem ZIF-Adapter verbunden, der für die Kompatibilität mit der PCIe-Mini-Schnittstelle des 901 sorgt.
Das Schöne am 901 ist ja, dass er unverkennbar für die 1,8-Zoll-Platte konzipiert ist, die er dann doch nicht bekommen hat. Unter der Bodenklappe befindet sich exakt der Platz, den ein Laufwerk dieser Größe benötigt, wenn auch nicht für jede Höhe. Und links neben der 8-GB-SSD sind auch noch die Lötpunkte für den ZIF-Sockel vorhanden, den einige frühe Modelle des 901 noch gehabt haben sollen. Ich hätte auch einfach einen ZIF-Sockel an dieser Stelle anlöten können, habe dann aber doch die idiotensichere Methode mit unserem Adapter vorgezogen.

Das passt.
Im Prinzip wäre der Tausch eine schnelle Angelegenheit gewesen: Bodenklappe auf, 8-GB-SSD raus, Adapter rein, den mit der Festplatte verbinden und Klappe wieder zu. Soweit die Theorie, die ich auch umgesetzt habe, aber: Das BIOS erkannte lediglich die verbliebene Master-SSD mit 4 GB, obwohl die Hitachi-Platte hörbar anlief. Ein kurzer Test mit unserem USB-Adapter ergab, dass die Platte völlig intakt ist und so musste der Fehler irgendwo am Controller oder Adapter liegen.
Letzterer hat einen Master-Slave-Schalter und ich tippte darauf, dass der wohl falsch beschriftet sei und beide Laufwerke der Master sein wollten. Doch ein Umlegen des Schalters änderte: gar nichts.
Also Google angeworfen und in irgendeinem Forum, ich weiß nicht mehr wo, schrieb jemand, dass sich unser Adapter in keiner der beiden Schalterstellungen mit der originalen 4-GB-SSD verträgt. So etwas hatte ich auch schon vermutet, da ein Booten von Letzterer komischerweise auch nicht mehr ging, obwohl die Hitachi-Platte offiziell ja gar nicht vorhanden war. In meinem 901 war also kein Platz für beide Laufwerke und die Master-SSD musste ebenfalls raus.
Doch dazu musste ich sie erst einmal finden. Im Gegensatz zur Slave-SSD ist die Master-SSD nicht einfach bequem über die Bodenklappe zugänglich. Also musste die Tastatur raus, die Gehäuseoberseite runter, das WLAN-Model ebenfalls raus und noch immer war keine SSD zu sehen. Schließlich fand ich sie: ganz vorne rechts auf der Mainboard-Unterseite.

Die Platte im BIOS
Dann alles wieder zusammengesetzt und alle Schrauben an ihren Platz und mit großer Spannung der erste Probelauf. Und siehe da: Es klappte auf Anhieb. Das BIOS des 901 vermeldete die Hitachi-Festplatte als Secondary Master.
Der einzige Schönheitsfehler ist die Dicke der Festplatte. Vielleicht hätte ich besser ein Modell mit nur 5 mm Höhe nehmen sollen anstatt mit 8 mm, denn durch den Adapter, der zum Teil unter der Platte liegt, steht sie in der linken Hälfte ziemlich hoch und leider auch so hoch, dass der Gehäusedeckel gerade eben so noch zugeht. Der Spalt zwischen Deckel und Gehäuse ist jedoch für meinen Geschmack viel zu breit. Wäre der 901 ein Auto, würde dieser Umbau mit Sicherheit keinen TÜV-Segen bekommen und die ABE wäre erloschen.

Das passt nicht.
In diesem Zustand können leider Dinge ins Innere gelagen, die dort nicht hingehören und die abschirmende Wirkung des Gehäuses ist mit Sicherheit auch nicht mehr gegeben. Aber da ich in naher Zukunft keine Reise plane, auf die der 901 mich sonst begleitet, lasse ich es erst einmal so.
Außerdem habe ich während meiner Suche nach der Lösung des Master-Slave-Problems auch gelesen, dass es eine modifizierte Bodenklappe für eee PC 901 mit Festplatte geben soll. Sofern das stimmt, ist sie natürlich praktisch bereits bestellt und bei mir eingebaut.
Nun fehlte nur noch das neue Betriebssystem, das bereits auf dem USB-Stick auf seinen Einsatz wartete. Und dieser Bildschirm aus dem ubuntu-Setup war gewissermaßen die Belohnung für die mühevolle Fummelarbeit.

ubuntu meldet: 60 GB.