Neulich kam mir beim Blick auf unser Koaxial-Segment endlich die Lösung für ein Hardware-Problem in den Sinn, dass ich vor rund 8 Jahren hatte. Die erforderlichen Komponenten hätte es damals schon gegeben, aber manchmal braucht der Verstand leider etwas länger.
Es war im Jahr 2001 und wir als Studenten-WG hatten uns eine 768-kbit-DSL-Leitung zugelegt. Das war damals noch etwas ganz Besonderes. Router waren noch selten anzutreffen, hätten unser Budget gesprengt uns deshalb hing im Flur ein ausrangierter Pentium-90-PC im Desktopgehäuse, der mit vier Wandhaltern für Autoreifen befestigt war. Auf diesem Rechnerschätzchen lief eine Routing-Software, über die wir uns die DSL-Leitung teilen konnten. Die Einrichtung eines Netzwerks war unter Windows noch richtig schwierig und außerdem hatten wir uns für BNC-Kabel entschieden. Da ich das mittlere Zimmer bewohnte, führten zwei Kabel an meinen PC. Meine Nachbarn am Ende der Kabelkette hatten es da besser und durften die Terminatoren an ihren Netzwerkkarten anbringen.
Spätestens mit der ersten Stromabrechnung wurde uns natürlich klar, dass dieser Software-Router nicht wirklich die preisgünstigere Alternative zu einem richtigen Router war. Doch das ist ein anderes Thema. Als unser Netz funktionierte, wollten wir die Kosten auf noch mehr Personen teilen und die Nachbar-WG im Stockwerk über uns einbinden. Ein paar Jahre später haben wir natürlich einfach einen WLAN-Router aufgestellt, aber 2001 war das noch Zukunftsmusik. Die Decke mit einer Hilti zu durchbohren hätte früher oder später Ärger mit der Hausverwaltung bedeutet und der Weg durch die Fenster war auch nur im Sommer möglich, denn den Winter wollten wir ungern bei offenen Fenstern verbringen.
Das Ende vom Lied war also, dass wir scheiterten und es gelassen haben. Mit meinem heutigen technischen Wissen fiel mir nun aber mit acht Jahren Verspätung die Lösung ein: mit zwei Fensterdurchführungen für SAT-Kabel hatten wir unsere Netzwerkkabel ohne Bohren von einem Stockwerk ins andere verlegen können. Mit heutigen Patchkabeln ginge es nicht, aber wir hatten ja die gute alte koaxiale BNC-Technik benutzt und hätten deshalb auf beide Enden der Fensterdurchführungen einen Adapter mit F-Stecker und BNC-Kupplung aufstecken können. Das schöne an Koaxialkabeln ist ja, dass man problemlos die Steckertypen wechseln kann.
Wer also Internetzugang in mehreren Stockwerken des Hauses braucht und Probleme oder Bedenken wegen WLAN hat: Mit BNC-Netzwerkkabeln und Koax-Fensterdurchführungen gibt es eine Alternative.
