Beim Wechsel von IDE zu SATA gelangte manch einer an die Grenzen seines Vorstellungsvermögens, wenn er versuchte, die Logik hinter der Veränderug der Adernzahlen zu verstehen. Die Datenleitung kommt plötzlich mit nur noch sieben anstelle von achtzig Adern zurecht, wurde dadurch aber mehr als zehnmal so schnell: Allein dies lehrt uns, dass das metaphorische Konzept der Datenautobahn nicht greift, denn keine Straße der Welt kann mehr Verkehr bewältigen, wenn die Anzahl der Spuren rigoros verringert wird.
Was bei den Datenleitungen eingespart wurde, kam beim Stromstecker hinzu, denn der hat nun fünfzehn Kontakte anstatt der übersichtlichen vier Pins des alten Molexsteckers. Zwar gelangte mit der 3,3V-Leitung eine zusätzliche Spannung in den Anschluss, aber gleichzeitig hatte man beschlossen, dass es für das Hotplugging besser wäre, wenn jede einzelne Spannung auf jeweils drei Kontakte verteilt würde.
Und so kennen wir heute alle den 7+15-poligen SATA-Anschluss, den wir an fast jeder Festplatte, SSD und optischem Laufwerk finden. Aber natürlich nicht überall, denn wie immer kommt auch dieser Standard nicht ohne Ausnahmen aus. Denn zu IDE-Zeiten gab es bekanntlich für jeden Formfaktor auch eine eigene Schittstellenvariante und eine 2,5-Zoll-Festplatte hatte einen anderen Anschluss als ein 3,5-Zoll-Laufwerk. Die Unterscheidung zwischen 2,5 und 3,5-Zoll ist bei SATA hinfällig geworden, aber wenn es noch kleiner sein soll, ist auch der Standard-SATA-Anschluss schlicht und einfach zu groß geraten. Da der Stromstecker den meisten Raum annimmt, trifft es sich ganz gut, dass einige seiner Spannungen bei den kleinen Laufwerken überflüssig sind und genau dort setzen dann auch die kleinen SATA-Varianten an.
Slimline-SATA
Optische Laufwerke im schlanken Notebook-Format müssen Platz einsparen. Deshalb haben sie nur ganz selten den normalen SATA-Anschluss, sondern fast immer Slimline-SATA.
Der Unterschied zum normalen SATA-Anschluss besteht in einem schmaleren Stromstecker, denn der siebenpolige Datenstecker ist vollständig identisch mit der Standardvariante. Der Slimline-Stromstecker hingegen kommt mit nur sechs anstelle der normalen fünfzehn Kontakte aus, denn er führt nur eine einzige Spannung: 5V. Die 3,3V- und 12V-Leitung sind ersatzlos weggefallen, wodurch die Verkleinerung auch schon komplett erklärt ist.
Ein DVD- oder BluRay-Laufwerk mit SATA-Slimline-Schnittstelle muss also zwangsläufig so konstruiert sein, dass es mit einer 5V-Leitung versorgt werden kann. Der sehr praktische Nebeneffekt hiervon ist deshalb der, dass ein solches Laufwerk immer auch extern eingesetzt werden kann und mit der 5V USB-Spannung völlig ausreichend versorgt ist. Es gibt hierfür einen Adapter, mit dem der Umbau von einem internen zu einem externen USB-Laufwerk ganz leicht zu bewerkstelligen ist.
Im Unterschied zum momentan leider nicht lieferbaren USB-Adapter für 1,8-Zoll-IDE-Festplatten benötigt der Slimline-Adapter jedoch zwei USB-Kabel, die natürlich beide zum Lieferumfang gehören. Während das eine USB-Kabel die Datenverbindung über die USB-B-Buchse des Adapters herstellt, ist das zweite USB-Kabel für die Stromverbindung zuständig und führt als reines Netzkabel in einen klassischen 3,5-mm-Stromanschluss. Ich sehe keinen besonderen Grund für diese strikte Trennung in Daten- und Stromanschluss und vermute einfach mal, dass das Laufwerk die Stromleitung von zwei USB-Leitungen benötigt und deshalb auch der Strom des Datenanschlusses für dessen Versorgung verwendet wird. Dies ließe sich dann alternativ auch über einen einzigen USB-Eingang und die Verwendung eines Y-Kabels erreichen, wie es viele USB-Festplatten auch handhaben, aber im Endeffekt sind in beiden Varianten zwei USB-Ports belegt und der Unterschied eher unerheblich.
Eigentlich sollte dies ein Beitrag werden, der sich außer mit Slimline-SATA auch noch mit Micro-SATA beschägtigt, aber der bekommt irgendwann einmal seinen eigenen Post. Für heute nur soviel: Micro-SATA wird für 1,8-Zoll-Laufwerke verwendet hat neun Stromkontakte, weil neben 5V auch 3,3V geliefert werden. Dafür ist bei Micro-SATA aber auch der Datenanschluss geschrumpft worden.
















