Leider scheint allmählich der Produktlebenszyklus unseres DVI-D/VGA-Adapters seinem Ende entgegen zu gehen. Eigentlich hätte es diesen Adapter ja nie geben dürfen: Das D in DVI-D steht für digital. DVI-D ist als die rein digitale Variante von DVI konzipiert. Im Unterschied zu DVI-I, das auf den vier Zusatzpins ober- und unterhalb des langen Stegs die analogen Signale ausgibt, sollte es bei DVI-D nichts analoges geben.
Dennoch hat dieser Adapter fast immer funktioniert und VGA-Monitor ließen sich an DVI-D-Ausgänge anschließen. Da dieser Adapter erkennbar keinen Digital-/Analog-Wandler enthält, stellt sich die Frage: Wie kann das sein?
Unsere Erklärung ist rein hypothetisch, aber dennoch die einzig mögliche: Die meisten DVI-D-Ausgänge verletzen die Spezifikation und enthalten sehr wohl analoge Signale. Diese liegen dann nicht an den vier DVI-I-Pins an, sondern an einer anderen Stelle. Bei 25 vorhandenen Pins bietet sich ja genügend Auswahl. Wenn man zum Beispiel den Ausgang nur als Single-Link konzipiert, bleiben sechs Pins ungenutzt. Und so kann auch ein Adapter mit DVI-D-Stecker analoge Signale abgreifen und an die VGA-Buchse weiterleiten.
Unsere These wird dadurch gestützt, dass, wie eingangs erwähnt, der Adapter an neueren Grafikkarten immer seltener funktioniert. Offenbar passen sich die Grafikkartenhersteller an das Verschwinden alter rein analoger Monitore an sowie an moderne Displays mit hoher Auflösung. Anstelle der Unterstützung alter Bildschirme erfolgt ein Schwenk hin zu Auflösungen wie 2048 x 1536, für deren Ausgabe Dual-Link erforderlich ist.
Somit wird von jüngeren Grafikkarten die DVI-Spezifikation eingehalten: Ein VGA-Monitor lässt sich per Adapter nur an einen DVI-I-Ausgang anschließen. Was wie DVI-D aussieht, ist im Gegensatz zu älteren Karten inzwischen meistens tatsächlich rein digital.






