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USB-on-the-Go: Gar nicht so einfach, aber wir klären das jetzt einmal

Posted by Michael Treichler on 12. Juli 2011 at 14:33

Es wird allmählich Zeit, dass wir uns darum kümmern, welche unserer USB-Adapter und kurzen Adapterkabel jetzt eigentlich USB-on-the-Go-fähig sind oder nicht. Bislang war das ein Randthema, das nur ein paar neuere Nokia-Modelle betraf, aber spätestens mit dem Samsung Galaxy S2 und einer ganzen Menge Android-Tablets, die OTG untersützen, wird das Thema jetzt doch noch richtig wichtig.

Was ist USB-OTG überhaupt? Wenn zwei Geräte mit einem USB-Kabel verbunden werden, gibt es immer einen Master und einen Slave oder, wenn man die alte IDE-Terminologie nicht mag, einen Host und ein Peripheriegerät. Einfaches Beispiel: Der PC ist der Host und der Drucker das Peripheriegerät. Hier ist die Rollenverteilung eindeutig.

Gar nicht mehr eindeutig hingegen ist die Rollenverteilung bei Smartphones und Tablets. Typischerweise haben diese Geräte nur einen einzigen Micro-USB-Anschluss. Wenn man sie mit einem USB-Kabel an den PC anschließt, um Bilder oder Musik zu übertragen, ist das Smartphone eindeutig ein Peripheriegerät. Doch was ist, wenn an das Smartphone ein Speicherstick angeschlossen wird? Jetzt ist das Telefon der Host, aber: Es wird der gleiche USB-Anschluss verwendet. Dieser USB-Anschluss muss also unterscheiden können, ob er, sobald ein Gerät eingesteckt wird, das System in den Host- oder in den Peripheriemodus versetzt.

Mini-USB-Kabel

Mini-USB-Kabel

Ich habe heute einen Test mit unserem adaptare en route vorgenommen, denn es ist OTG-fähig. Leider hat einen einen Mini-USB-Anschluss, aber das macht erst einmal gar nichts.

Zum Lieferumfang des en route gehört ein Kabel, das optisch exakt demjenigen Kabel gleicht, das wir unter der Nummer 41020 verkaufen und von einem namhaften deutschen Großhändler beziehen. Es ist 20 cm lang und hat einen Mini-USB-Stecker sowie eine große USB-Kupplung Typ A.

Ich habe zuerst das mitgelieferte Kabel genommen, einen Speicherstick in die Kupplung eingesetzt und den Mini-USB-Stecker mit dem en route verbunden. Ergebnis: Android erkennt einen neuen Massenspeicher, richtet ihn ein und nach wenigen Sekunden kann er genutzt werden. Die LED am Speicherstick leuchtet, alle Komponenten arbeiten bestens zusammen.

Den gleichen Test mit dem Kabel des deutschen Importeurs: Es tut sich gar nichts. Android bemerkt gar nicht erst, dass ein Stick angeschlossen wurde.

Die Erklärung liegt auf der Hand: Das mitgelieferte Kabel ist OTG-fähig, das andere Kabel hingegen nicht. Es besteht ein sehr wesentlicher Unterschied in der Pinbelegung der beiden Kabel, der beim OTG-Kabel dafür sorgt, dass das Tablet in den Host-Modus schaltet, während es dies bei dem Nicht-OTG-Kabel hingegen nicht tut. Android erwartet bei diesem Kabel weiterhin, dass sich ein vollwertiger Computer verbindet und das Tablet dann als Peripheriegerät fungiert.

Micro-USB-Kabel

Micro-USB-Kabel

Mini-USB ist ja eher ein aussterbender Anschluss, weswegen wir uns nicht um ein OTG-Kabel mit diesem Stecker bemühen werden. Ganz anders hingegen Micro-USB, den wir als Typ B an den meisten OTG-tauglichen Geräten finden.

Links sehen wir unser Kabel mit der Nummer 40224, das wir selbst importiert haben. Bisher haben wir uns nicht um seine OTG-Tauglichkeit gekümmert, weil es ja, wie eingangs erwähnt, eher ein Nischenthema war. Zuletzt gab es einige wenige Retouren von Besitzern des Samsung Galaxy S2, doch wir waren hier auf der sicheren Seite, weil wir es nie als OTG-fähiges Kabel angepriesen hatten. Zumindest wussten wir durch diese Retouren, dass wir kein OTG-fähiges Kabel haben und uns demnächst mal um ein solches bemühen sollten.

Heute gab es dann die Überraschung: Wir hatten mal ein OTG-Kabel. Und es lief ebenfalls unter der Nummer 40224. Es ist nämlich so, dass wir dieses Kabel bislang zweimal importiert hatten, und dass beide Male vom gleichen Hersteller. Ein Kunde, der eine größere Firmenflotte von Nokia-Smartphones zu versorgen hat, hat nun seinerzeit einige Kabel aus der ersten Charge gekauft und war begeistert, weil OTG tadellos funktionierte. Später dann hat er wieder diese Kabel geordert und Exemplare aus der zweiten Charge bekommen. Mit diesen Kabeln aber war kein OTG mehr möglich.

Das heißt für uns jetzt natürlich, dass unser Hersteller in China sehr wohl weiß, wie man OTG-Kabel fertigt und dies jetzt auch sehr schnell für uns machen wird. Wenn er es nicht mehr wissen sollte, bekommt er eben die alten Kabel als Vorlage, denn ein paar davon sind noch da. Gut, dass sie an der optisch leicht veränderten USB-Kupplung zu erkennen sind.

Für diejenigen unter den Lesern, die ein OTG-fähiges Android-Gerät mit Micro-USB Typ B haben, heißt das vorerst: Ein paar Wochen Geduld, bitte, und dann haben wir die neuen Kabel. Die Nummer 40224 behält das Nicht-OTG-Kabel. Das OTG-Kabel bekommt dann die 40225.

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