USB 3.1

Die Zukunft von USB - und vor allem USB genau so, wie es sein soll

Der neueste USB-Standard bringt Innovationen mit sich wie keine andere Version zuvor und es stellt sich die berechtigte Frage, warum er nicht USB 4.0 heißt. Er verdient die Versionsnummer eines Major Release sicherlich deutlich eher als seinerzeit USB 3.0.

Denn es bleibt ja nicht bei der Geschwindigkeitsverdoppelung gegenüber USB 3.0 respektive der Verzwanzigfachung gegenüber USB 2.0, dank derer USB 3.1 für Datentransferraten von 10 Gbit/s ausgelegt ist. Es bleibt auch nicht bei der Einführung eines neuen Steckers namens Typ C sowie der zusätzlichen Innovation, dass dieser Stecker der einzige Stecker sein wird, den USB 3.1 verwendet. Es gibt künftig keine Aufteilung mehr in Typ A für PCs, Typ B für größere und Micro-USB für kleinere Geräte, sondern nur noch einen einzigen Stecker, der ungefähr die Größe eines Micro-USB 2.0-Anschlusses besitzt. Es ist zwar auf den ersten Blick nur ein Aspekt am Rande, aber die Bauweise, aufgrund derer ein C-Stecker nicht mehr falsch angesetzt werden kann, sondern bei jedem Versuch erfolgreich angeschlossen wird, wird noch sehr viele Flüche verhindern.

Bis hierhin klingt USB 3.1 wie ein doppelt so schnelles USB 3.0, dass nur noch einen Stecker benutzt. Die richtig wegweisenden Innovationen sind jedoch die unterschiedlichen Betriebsmodi, die dieser Standard beherrscht und in die er je nach Bedarf umschaltet. So ist ein USB 3.1-Kabel mit entsprechendem Netzteil nicht mehr nur zum Laden von Smartphones mit einer Spannung von 5V geeignet, sondern ebenfalls zum Laden von Notebooks, denn außer den traditionellen 5V können nun auch Leitungen mit 12V und 20V belegt werden. In Verbindung mit der maximalen Stromstärke von 5A ergibt dies die beachtliche Leistung von 100W.

Der zweite Modus, der sehr vielversprechend klingt, ist die Unterstützung einer vollwertigen DisplayPort-Leitung, die über ein USB 3.1-Kabel hergestellt wird. Hier mag Apples Thunderbolt-Schnittstelle das Vorbild gewesen sein, doch dadurch wird es nicht schlechter, zumal über ein USB-Kabel eine 4K-Auflösung übertragen werden kann oder sogar, wenn auch noch die letzte klassische USB-Funktion abgeschaltet wird, also die letzte aller vorhandenen Datenleitungen, eine 5K-Auflösung.

Das U in USB wurde sehr viel umfassender definiert als jemals zuvor, denn ein Notebook kann in der Tat mit diesem einen universalen Anschluss ausgestattet werden und auf alle weiteren Schnittstellen verzichten. USB 3.1 ersetzt den Stromanschluss und kann auf diesem Wege zu einem einheitlichen Ladestecker für Notebooks werden, notfalls per EU-Richtlinie verordnet wie Micro-USB bei Smartphones. Auch hier steht ein Anschlusswechsel bevor, denn der in die Jahre gekommene Micro-USB 2.0-Port wird USB 3.1 weichen und es ist eher nicht zu erwarten, dass dies bei einem einmaligen Experiment bleiben wird wie der Micro-USB 3.0-Anschluss am Samsung Galaxy S5, der am S6 bereits wieder gegen seinen USB 2.0-Vorgänger ausgetauscht wurde. USB 3.1 bietet einfach sehr viel mehr Möglichkeiten als die reine Geschwindigkeitssteigerung bei USB 3.0, die an einem Smartphone letztlich unnötig ist, wenn nicht sogar wahlweise Spielerei oder Geprotze mit den technischen Daten. Bei USB 3.1 jedoch liegt es an den Herstellern, das Potenzial dieses Standards auszuschöpfen und, um nur ein Beispiel zu nennen, MHL durch DisplayPort zu ersetzen.

Kabel mit Steckertyp C und einem älteren Stecker

USB 3.1-Kabel, die für eine Verbindung mit USB 3.0- oder...

Kabel mit zweimal Stecker Typ C

Reine USB 3.1-Kabel, die nicht für die Verbindung mit USB 2.0-...

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